Kuba: Warum US-Traktoren der Firma Cleber auf Kuba nicht pflügen

Cleber
Warum US-Trekker auf Kuba nicht pflügen

Die Traktoren der Firma Cleber könnten der kubanischen Landwirtschaft auf die Sprünge helfen. Aber das US-Unternehmen darf sich auf der Insel nicht niederlassen. Ein Lehrstück über die Hürden für ausländische Investoren.
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HavannaHorace Clemmons hegt keinen Groll. „Ich hätte an ihrer Stelle wahrscheinlich genau das Gleiche getan“, sagt der Unternehmer aus dem US-Bundesstaat Alabama. Nach der vorsichtigen wirtschaftlichen Öffnung Kubas wollte er sich mit einer kleinen Traktoren-Fabrik in der Sonderwirtschaftszone Mariel niederlassen. Nach langem Hin und Her wurde sein Antrag jedoch abgelehnt.

„Ich kann die Kubaner ja ein bisschen verstehen. Solange das Handelsembargo noch in Kraft ist, hat es für sie keinen Sinn, einer US-Firma zu erlauben, in Kuba zu produzieren“, sagt Clemmons. Nach der Kuba-Krise 1962 hatte die US-Regierung ein totales Wirtschaftsembargo gegen die sozialistische Karibikinsel verhängt. Zuletzt war die Blockade zwar etwas gelockert worden – vollständig aufheben kann sie allerdings nur der US-Kongress.

„Mit einer Genehmigung würden sie nur einen Präzedenzfall schaffen und den Befürwortern der Blockade in die Hände spielen. Sie könnten dann sagen: „Seht her – selbst mit dem Embargo können US-Firmen nach Kuba kommen und Geschäfte machen. Wir müssen die Blockade gar nicht aufheben.“

Dabei haben Clemmons und sein Geschäftspartner Saul Berenthal ein für Kuba durchaus interessantes Produkt im Angebot. Ihr Traktor Oggún setzt auf simpelste Technik, lässt sich einfach reparieren und kostet nur 12.500 US-Dollar (knapp 11.000 Euro). „Das ist nicht nur ein Traktor, das ist eine Art zu denken“, sagte ein kubanischer Bauer bei der Vorstellung auf der Internationalen Messe 2015 in Havanna.

Kuba importiert rund 80 Prozent seiner Lebensmittel. Wirtschaftsexperten sehen in der Landwirtschaft großes Wachstumspotenzial. „Vor allem beim Anbau von Früchten und in der Viehzucht könnten wir noch viel mehr als bisher tun“, sagt Jesús Pulido vom Nationalen Verband der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Methoden sind allerdings vielerorts veraltet. In den Provinzen bestellen Bauern ihre Felder noch mit Ochsenfuhrwerken. Die Oggún-Traktoren könnten den Kleinbauern und landwirtschaftlichen Kooperativen dabei helfen, effizienter zu produzieren. Cleber wollte in Mariel eine kleine Fabrik bauen und mit zunächst etwa 20 Angestellten vor Ort fertigen.

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