Clinch mit Belegschaft
Wöhrl droht LTU-Mitarbeitern mit neuen Jobs

Der Mehrheitseigentümer der Fluggesellschaft LTU, Hans Rudolf Wöhrl, verschärft den Druck auf die Belegschaft des Düsseldorfer Ferienfliegers: „Ich werde bei laufenden Verlusten der LTU kein Geld nachschießen“, sagte der Textil- und Flugunternehmer dem Handelsblatt.

mwb STUTTGART. Wöhrl sendet damit ein klares Signal an die Mitarbeiter, deren Gremien ein Sparpaket mit Verzicht auf das 13. Monatsgehalt und weitere Gehaltseinbußen um vier Prozent ablehnten. Wöhrl kündigte an, er sei nun noch stärker gezwungen, Kosten durch neue Aufgabenverteilungen zu senken: „Eine andere Aufgabe anzunehmen kann einen Mitarbeiter stärker treffen als ein zeitlich befristeter Gehaltsverzicht“, sagte Wöhrl. Auch Kündigungen schließt er inzwischen nicht mehr aus.

Bei der Neuausrichtung der Fluggesellschaft DBA, die Wöhrl ebenfalls kontrolliert, hatten 50 Prozent der Mitarbeiter in der Verwaltung neue Aufgaben übernehmen müssen. „Bei LTU dürfte dieser Teil wesentlich höher ausfallen“, deutete Wöhrl an. Grundsätzlich ist Wöhrl der Überzeugung, dass wie bei DBA die Sanierung einer Airline nur im Einvernehmen mit den Beschäftigten klappt. Aber auch die DBA muss weiter kämpfen, da hohe Spritpreise und Anlaufkosten für neue Strecken belasten. Zwar schreibe das Unternehmen operativ schwarze Zahlen. Unter dem Strich werde aber ein Verlust in Höhe dieser Anlaufkosten von rund 25 Mill. Euro stehen, räumte Wöhrl ein. Die DBA wird im Juli ihre endgültigen Zahlen vorlegen.

Bei LTU sind nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den Mitarbeitern die für dieses Jahr angekündigten Gewinne in weiter Ferne: Man werde LTU in absehbarerer Zeit in die schwarzen Zahlen bringen, sagte Wöhrl. Auf einen genauen Zeitpunkt will sich der 58-Jährige aber inzwischen nicht mehr festlegen.

In der Branche gilt es als offenes Geheimnis, dass die LTU bei anhaltenden Verlusten eine neue Geldspritze braucht. Derzeit hält Wöhrl über seine Holding Intro 55 Prozent der LTU-Anteile. Die übrigen Anteile von 45 Prozent werden LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach zugeordnet.

„Bei diesem Anteil könnte in Zukunft noch etwas passieren und ein Investor hinzukommen“, sagte Wöhrl. Er hofft noch immer, dass sich die kleineren Fluglinien in einer Allianz gegen Lufthansa zusammenschließen. „Daran führt auf Dauer kein Weg vorbei“, sagt Wöhrl. Allerdings zeigt Wunschpartner Air Berlin bislang keinerlei Interesse. LTU kommt auf einen Jahresumsatz von rund einer Mrd. Euro. Die DBA mit Sitz in München peilt für das laufende Geschäftsjahr 2006/2007 (31. März) einen Umsatz von 500 Mill. Euro an.

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