CO2-Emissionen
China provoziert EU im Kampf um den Luftraum

China geht auf Konfrontationskurs mit der EU: Die Regierung in Peking hat ihre Airlines ausgefordert, in Europa keine Gebühren für CO2-Emissionen zu zahlen. Nun droht ein Flugverbot. Der Krieg um den Luftraum beginnt.
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Peking/BrüsselChina boykottiert die europäische Klimaschutzabgabe für seine Fluggesellschaften. Auf Anweisung der Regierung in Peking untersagte die Luftfahrtbehörde (CAAC) am Montag den chinesischen Airlines, die neuen Gebühren zu zahlen. Mit der Weigerung bricht der lange schwelende Streit um die Einbindung des Luftverkehrs in den Emissionshandel nur eine Woche vor dem EU-China-Gipfel am Dienstag nächster Woche in Peking offen aus. Die Europäische Union sprach sich für Verhandlungen aus, verteidigte aber ihre grundsätzliche Position.

Die chinesische Luftfahrtbehörde argumentierte, die seit 1. Januar geltenden Klimaabgaben „widersprechen den betreffenden Grundsätzen des UN-Rahmenabkommens für den Klimawandel und internationalen Luftfahrtvorschriften“. Den Airlines wurde auch untersagt, ihre Preise für Passagiere oder Fracht wegen der Abgabe anzuheben.

Der EU-Delegationschef in Peking, Markus Ederer, verwies vor Journalisten auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Dezember, wonach die Einbeziehung außereuropäischer Airlines auch völkerrechtlich rechtens sei. Ederer sah auch keine unmittelbaren Auswirkungen des Boykotts, da erst 2013 abgerechnet werden soll, wenn die Fluglinien ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen melden müssen.

„Ich glaube, wir haben noch einige Zeit, um das zu diskutieren“, sagte Ederer. Die EU wolle eine „internationale Lösung“ in dem Streit, der auch mit den USA geführt wird. Sollte es aber zu einem Rechtsstreit über die Klimaabgabe kommen, müsse dieser im Europäischen Gerichtshof geführt werden.

Mehr als 80 Prozent der Verschmutzungsrechte erhalten die Fluglinien allerdings ohnehin kostenlos, während sie für die restlichen Lizenzen zahlen müssen. Ederer sprach von „Missverständnissen“ über die tatsächlichen Kosten der Klimaabgabe, die ein Flugticket von Peking nach Brüssel nach Abzug der gewährten Rechte nur um 17,5 Yuan, umgerechnet gut zwei Euro, teurer mache. „Ich überlasse es jedem, zu überlegen, ob das zu teuer ist, um das Weltklima zu retten.“

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Auch die USA protestieren

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2012 wird ohnehin ein schweres Jahr

Kommentare zu " CO2-Emissionen: China provoziert EU im Kampf um den Luftraum"

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  • Gibt du einem Chinesen nur deine Hand, nimmt er sich sobald er es kann, deinen ganzen Arm!

  • ---Lazlo

    warum dafür bezahlen, dass sich das Sonnesystem erwärmt???

    Wie wäre es noch gleich, dass wir eine Urknall-Steuer bezahlen?

  • Chinesen sind knallharte Interessenverteidiger in ihrem fernen Land. Die EU zockt bequemerweise erstmal die eigenen Leute ab. Wenn es dann internationale Folgen hat wie beim Fluggeld, wird bald zurück gerudert. Man möchte ja für die europäischen Firmen den Produktionsstandort China nicht verderben, der den Global Players so viel mehr Profit in die Taschen spült als es jemals in der EWG möglich war. Da ist das Hungergehalt chinesischer Arbeitnehmer eigentlich ganz egal.
    Die Flugabgabe wird demnächst reduziert oder abgeschafft wenn sich China dagegen ausspricht. Davon bin ich überzeugt.

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