Coca Cola, McDonald's und Co.
Dickmacher gegen Fettleibigkeit

Immer weniger Konsumenten kaufen zuckrige Limonaden und klassisches Fast Food. McDonalds, Coca Cola und Co. stellen sich darauf ein und passen ihre Produkte an. Kann diese Strategie aufgehen?
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DüsseldorfFür den Ex-Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, muss das Ergebnis der Clinton Global Initiative in diesem Jahr eine kleine Genugtuung gewesen sein. Auf der Veranstaltung der Familie von Ex-US-Präsident Bill Clinton sagten Coca Cola, Pepsi und Dr. Pepper den Kalorien in ihren Produkten den Kampf an. Die drei großen Getränkehersteller unterzeichneten eine Absichtserklärung, in der sie unter anderem versprachen, der Fettleibigkeit mit kalorienärmeren Getränken, mehr Wasser im Sortiment und kleineren Flaschen zu Leibe zu rücken.

Für Bloomberg ist das gewissermaßen ein später Erfolg. Er hatte das Problem der steigenden Zahl übergewichtiger US-Amerikaner schon vor langer Zeit erkannt – und vor zwei Jahren ein umstrittenes Verbot von zuckrigen Halblitergetränken gefordert. Limonaden sollten nur noch in kleineren Behältern verkauft werden dürfen. Doch der sogenannte „Soda Ban“ (zu deutsch: Limonaden-Bann) setzte sich nicht durch, ein Gericht stoppte das Verbot.

Nun reagiert die Industrie selbst. Ausgerechnet, könnte man sagen. Doch auch, wenn es paradox klingt, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Konzerne vorgeblich für die Gesundheit ihrer Kunden stark machen. Auch Fast-Food-Ketten wie McDonald's oder Burger King haben schon kalorienärmere und (vermeintlich) gesündere Produkte in ihr Angebot aufgenommen. Doch die Kampagnen haben einen faden Beigeschmack – nicht nur aus gesundheitlicher Sicht.

Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2012 haben in den USA 68 Prozent der Menschen zu viel auf den Rippen, 33,8 Prozent gelten sogar als fettleibig. In nahezu allen Industrieländern ist der Anteil der Fettleibigen in den vergangenen Jahren laut der Studie gestiegen. Im Jahr 2000 betrug der Anteil in den USA noch etwas mehr als 30 Prozent. In Deutschland gab es rund 15 Prozent Fettleibige, auch hierzulande waren das mal weniger. Immerhin mehr als die Hälfte gilt mindestens als übergewichtig.

Per Definition gilt eine Person mit einem Body Mass Index (BMI) über 25 als übergewichtig. Von Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, wird ab einem BMI-Wert von mehr als 30 gesprochen. Um den BMI zu ermitteln, teilt man das Körpergewicht durch die Körpergröße zum Quadrat.

Gesundheitstrend setzt den Dickmachern zu

Ein Grund für die steigende Zahl übergewichtiger Menschen: fettige und zuckerreiche Lebensmittel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als Beispiele steigenden Fast-Food-Verzehr sowie „energiereiche Limonaden“ oder Softdrinks, also genau die Produkte, die zum Beispiel McDonald's, Burger King, Coca Cola, Pepsi und Dr. Pepper verkaufen.

Doch das Blatt scheint sich zu wenden. So verzeichnete McDonald's 2013 etwa in Deutschland erstmals einen Gewinnrückgang. Bei Burger King geht der Umsatz in Europa und den USA seit Jahren zurück. Auch bei Coca Cola schrumpfte der Umsatz in den vergangenen Monaten kontinuierlich, in letzter Zeit wuchs das Unternehmen wenn überhaupt nur noch in den Bereichen Säfte, Tees oder andere stille Getränken.

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