Cockpit-Personal
Pilotenstreik bei Lufthansa wird immer härter

Im Tarifkonflikt zwischen den Piloten und der Lufthansa bewegt sich keine Seite auch nur einen Millimeter. Die Passagiere müssen weiter Flugausfälle ertragen. Und die Lage wird noch durch andere Streiks verschärft.
  • 0

FrankfurtPilotenstreik und kein Ende: Auch am dritten Tag der zwölften Streikwelle hat sich keine Lösung für den festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihrem Cockpit-Personal abgezeichnet. Am Freitag fielen erneut rund 700 Kurz- und Mittelstreckenflüge aus, bevor am Samstag wieder die Langstrecke bestreikt werden sollte. Erneut müssen rund 20 000 Passagiere ihre Pläne ändern, wenn nur rund die Hälfte der 160 geplanten Übersee-Verbindungen bedient wird. In der Frachtsparte sollen 60 Prozent der Flüge ausfallen.

Da am Freitag gleichzeitig auch noch die italienischen Fluglotsen die Arbeit niederlegten, sagte Lufthansa 790 von 1400 geplanten Verbindungen ab. Rund 94 000 Passagiere waren nach Unternehmensangaben allein am Freitag vom Ausstand betroffen. Mit nunmehr vier Streiktagen war die zwölfte Streikwelle die bislang längste und hat insgesamt 220 000 Passagiere getroffen.

Die Töchter Germanwings und Eurowings wurden nicht bestreikt und dienten auf einigen Strecken als Ausweichmöglichkeit. Bezogen auf die gesamte Lufthansa-Gruppe würden am Freitag rund drei Viertel der Flüge abheben können, betonte ein Lufthansa-Sprecher: „Nach den letzten Streiktagen konnten wir durch Erfahrungswerte bereits viel ausgleichen.“

Besonders ärgerlich ist der Streik für viele Wochenend-Pendler. „Gerade der Freitag ist bei uns immer der verkehrsreichste Tag“, sagte ein Sprecher der Münchner Flughafens, wo etwa 330 Starts und Landungen auf den Kurz- und Mittelstrecken entfielen.

Wer am Frankfurter Flughafen auf eine andere Gesellschaft umgebucht hatte, konnte im Einzelfall von einem weiteren Streik ausgebremst werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte ab Freitagmittag die Beschäftigten des Bodenabfertigers Acciona zu einem Warnstreik bis 20.00 Uhr aufgerufen. Das spanische Unternehmen fertigt in Frankfurt die Jets mehrerer ausländischer Airlines ab und zahlt nach Verdi-Angaben unter dem Niveau des größeren Anbieters Fraport.

Seite 1:

Pilotenstreik bei Lufthansa wird immer härter

Seite 2:

Der nächste Konflikt steht bereits bevor

Kommentare zu " Cockpit-Personal: Pilotenstreik bei Lufthansa wird immer härter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%