Coke-Life
Kommt bald die „grüne“ Cola?

Gesünder, besser, grün: So will die neue „Coca Cola Life“ sein, die mit dem Extrakt der Stevia-Pflanze gesüßt wird. So richtig „grün“ wird die neue Light-Brause aber nicht – und dick macht sie trotzdem noch.
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DüsseldorfIst das die perfekte Lösung für die amerikanische Getränkeindustrie? Eine gesündere Cola, mit Stevia gesüßt, die endlich den Abwärtstrend bei normaler Cola stoppt? Das Wall-Street-Journal und die englische Zeitung „Daily Mail“ berichten, dass die neue „grüne“ Cola bereits in Argentinien und Chile, dem Heimatland der Wunderpflanze Stevia. Sie ist drei- bis vierhundertmal süßer als Zucker und extrem kalorienarm. Demnächst soll die neue Brause auch in Großbritannien erhältlich sein.

Beworben wird „Cola Life“ mit dem Satz „Öffne deine Natürlichkeit!“ und dem Versprechen, dass der „erste Kuss“ mit ihr alles verändern wird. Zu „Daily Mail“ sagte der Coca-Cola Europachef James Quincey: „Wir freuen uns, dass wir Coca-Cola 'life' dem Coca-Cola Angebot in Großbritannien hinzufügen können. Es ergänzt unsere bestehenden Produkte und kann den neuen Trends im Bereich Lebensstilen bestens gerecht werden.“ Demnach soll Coca-Cola 'life' zu einem glücklicheren, gesünderen Leben inspirieren.

Allerdings enthält die neue Version nur zu einem Drittel weniger Zucker als die ursprüngliche Cola. Grüner werden soll mit der „Coke Life“ wohl nur das Image. Dabei soll die Brause vor 125 Jahren, als sie erfunden wurde, tatsächlich mal grün gewesen sein. Ein Mythos, heißt es dagegen bei Coca-Cola Deutschland. Heute verleiht ein Farbstoff dem Getränk das typische Aussehen. Immerhin: Die Flasche soll zu 30 Prozent aus pflanzlichem Material bestehen und voll recycelbar sein. Allerdings ist das bei der ganz normalen PET-Flasche auch schon der Fall und es bleiben trotzdem noch über 70 Prozent fossile Rohstoffe übrig.

Die Brausehersteller haben mittlerweile erkannt, dass sie den gesundheitsbewussten Konsumenten neue Optionen bieten müssen. Die kalorienfreien Versionen aus den Häusern von Coke, Pepsi und Dr. Pepper haben im vergangenen Jahr ungewöhnlich stark an Popularität eingebüßt. Die Verkäufe von Cola Light und Pepsi Light sanken zuletzt jeweils um knapp sieben Prozent. Der darin enthaltene Süßstoff Aspartam wird kontrovers diskutiert und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Und Anfang April sorgte eine Studie der University of Iowa für Aufsehen in der Branche. Sie zeigt: Frauen, die mindestens zwei Light-Limos am Tag trinken, haben eine um 30 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Daher konzentriert sich auch der Cola-Rivale Pepsi auf das natürliche Süßungsmittel Stevia und testet gerade „Pepsi next“ in Frankreich und in Australien.

Auch die Deutschen lieben Cola: Fast 42 Liter trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich im Jahr. Ob die neue Light-Version der Brause auch hierzulande in die Supermarktregale kommt, ist noch nicht klar. Gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ erklärte eine Cola-Deutschland-Sprecherin, dass man vorerst aufmerksam die Erfahrungen in den anderen Ländern beobachten werde. Stevia war hierzulande bis Dezember 2011 nicht erlaubt.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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