Compliance-Schulungen aus den USA
Fernkurs für Kampf gegen Korruption

Die Integrity Interactive Corp. hat vor einigen Wochen ihr erstes Büro in Deutschland eröffnet. Das Unternehmen aus den USA berät Firmen und schult deren Mitarbeiter im Bereich „Compliance“, wie es neudeutsch heißt. Der Kampf gegen Korruption ist nötiger denn je.

MÜNCHEN. „Im Durchschnitt lassen sich sechs von zehn Mitarbeitern eines Unternehmens während ihres gesamten Berufslebens nichts zu Schulden kommen“, sagt Joachim Bause. Den restlichen vier verdankt das Unternehmen, für das Bause Geschäftsführer für Zentraleuropa ist, sein Geschäftsmodell – Schulungen in Compliance. Darunter wird die schwierige Aufgabe verstanden, rechtlich einwandfreies Verhalten der Mitarbeiter in Unternehmen durchzusetzen.

Die Integrity Interactive Corp. hat vor wenigen Wochen in München ihr Deutschland-Büro eröffnet. Und spätestens seit dem wenig später öffentlich gewordenen Korruptionsskandal bei Siemens hat Bause allen Grund, auf weiter kräftig wachsende Geschäfte zu hoffen. Denn seither gehört das Wort Compliance zum geläufigen Repertoire nicht nur der Wirtschaftsberichterstattung. So kann Bause vermelden, dass sich in den vergangenen Tagen drei Dax-Unternehmen bei ihm gemeldet haben, die mit seiner Hilfe ihre Compliance verbessern wollen.

Bauses Arbeitgeber sitzt in Waltham im US-Bundesstaat Massachusetts. Er nennt sich Weltmarktführer für internetbasierte Dienstleistungen in Fragen von Unternehmensethik und Compliance. In Amerika hat Compliance seit Jahren Hochkonjunktur. „In Amerika kontrolliert der Gesetzgeber die Anwendung der Compliance-Regeln, in Deutschland ist de facto nur das Unternehmen verantwortlich. Deshalb steckt der Markt bei uns auch noch in den Kinderschuhen“, sagt Bause.

Integrity Interactive ist dabei selbst ein Kind des Internetzeitalters, sein Gründer, der amerikanische Anwalt und Compliance-Spezialist Kirk Jordan entschloss sich im Jahr 1999, sein Know How online verfügbar zu machen – natürlich auch, um damit Geld zu verdienen. So brachte Jordan Internetspezialisten und Juristen zueinander, „Jordan ist der Dean der Compliance“, sagt Michael Volz, Corporate Compliance Officer des Darmstädter Pharmakonzerns Merck, der seine Mitarbeiter heute weltweit von Integrity Interactive schulen lässt.

Nun soll Jordans Mischung auch in anderen deutschen Unternehmen funktionieren. Dem Ingenieur Bause, der bei Siemens begann, für Sony arbeitete und anschließend mit Avid nach Asien ging, steht der promovierte Jurist Markus Maier zur Seite, zuvor Justiziar beim Biotechnologie-Anbieter GPC Biotech.

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