Condor, Tuifly und Germanwings
Spekulation über Dreierfusion am Himmel

Nach dem Scheitern der Fusion von Condor und Air Berlin haben Condor, Tuifly und Germanwings Branchenkreisen zufolge ihre Pläne für eine Dreierfusion wieder hervorgeholt. Die Fluggesellschaften sollen laut eines Medienberichts sogar bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen sein.

HB FRANKFURT. „Das ist die Lösung, die alle drei anstreben“, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Bei einem Zusammenschluss könnte Germanwings Zubringerdienste für Condor und Tuifly leisten, die als Ferienflieger auftreten sollen. Der Billigflieger Germanwings gehört der Lufthansa, die zudem rund ein Viertel der Anteile an Condor hält. Die übrigen Anteile liegen beim deutsch-britischen Reisekonzern Thomas Cook. Tuifly gehört dem Reise- und Schifffahrtskonzern Tui.

In den ersten Fusionsgesprächen seien wichtige Fragen wie die tarifliche Einstufung der Tuifly-Piloten und die Bewertung der einzelnen Gesellschaften allerdings noch nicht geklärt worden, sagten mehrere Personen. Zudem sei offen, ob ein derartiges Bündnis bei den deutschen oder europäischen Kartellbehörden auf Zustimmung stoßen würde.

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete vorab unter Berufung auf Unternehmenskreise, die Fluggesellschaften seien bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen. Mit einem Verbund sei im dritten Quartal zu rechnen. Nach Informationen von Reuters ist hingegen ein Zeitpunkt für eine Einigung über eine Dreierfusion aufgrund der vielen Beteiligten noch nicht absehbar. „Zwischen Tui und Lufthansa gab es bereits Differenzen. Mit Condor wird noch ein weiteres Fass aufgemacht“, dämpfte ein Insider Erwartungen auf einen baldigen Zusammenschluss. Eine Einigung im dritten Quartal sei sehr ambitioniert, sagte eine weitere Person.

Lufthansa, Tui, Thomas Cook und Germanwings wollten sich zu den Informationen nicht äußern. Tui und Lufthansa verhandeln bereits seit Monaten über einen Zusammenschluss ihrer Töchter Tuifly und Germanwings. Die stark steigenden Kerosinpreise hatten jedoch eine Neubewertung der Unternehmen notwendig gemacht und eine mögliche Einigung verzögert.

Bereits Ende 2006 hatten Condor-Chef Ralf Teckentrup und der damalige Tuifly-Chef Christoph Müller ein Dreierbündnis unter dem Namen „Bluewings“ vorgeschlagen, waren damals aber auf wenig Gegenliebe bei der Lufthansa gestoßen. Dies habe sich nun geändert, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person: „Bei Lufthansa gibt es offenbar einen Strategieschwenk.“

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