Condor zukünftige Basis für Billigflug-Imperium
Lufthansa und Karstadt streiten über Preis von Cook

Die von Lufthansa und Karstadt-Quelle seit Monaten angestrebte Neuordnung ihrer gemeinsamen Touristik-Aktivitäten im zweitgrößten europäischen Reisekonzern Thomas Cook kommt nicht voran. Die bisherigen Verhandlungen scheiterten an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Sollte der Deal dennoch zu Stande kommen, könnte die begonnene Konsolidierung der Branche weiter vorangetrieben werden.

DÜSSELDORF / FRANKFURT. Karstadt-Quelle will die 50-Prozent-Beteiligung der Lufthansa erwerben, doch Finanzkreisen zufolge sind die Partner von einer Einigung über den Kaufpreis noch weit entfernt. Lufthansa habe Kaufpreisvorstellungen von einer Mrd. Euro, Karstadt wolle weniger als 800 Mill. Euro zahlen.

Unterdessen verdichten sich in der Luftverkehrsbranche die Spekulationen, dass mit dem Deal zugleich die begonnene Konsolidierung des deutschen Luftverkehrsmarktes weitergeführt werden soll. Den von Experten als überfällig angesehene Prozess hatte in den vergangenen Wochen Air Berlin eingeleitet, als sie die Übernahme der ehemaligen British-Airways-Tochter DBA ankündigte.

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht nun die Ferienfluggesellschaft Condor. Diese hatte Lufthansa seinerzeit in das Gemeinschaftsunternehmen Thomas Cook – damals hieß es noch C & N für Condor und Neckermann – eingebracht. Sollte sich Lufthansa mit dem Verkauf der Cook-Beteiligung nunmehr vollständig von Condor trennen, wäre damit eine mögliche Grundlage für eine zweite deutsche Billigflug-Gruppe geschaffen, heißt es bei der Pilotenvereinigung Cockpit (VC).

Es sei vorstellbar, dass Condor mit den zum Tui-Konzern gehörenden und nur mäßig erfolgreichen Fluglinien Hapag-Lloyd Fly und Hapag-Lloyd Express sowie der am Rande der Pleite entlang schliddernden Düsseldorfer LTU zusammengeht. In Branchenkreisen heißt es dazu, führende Manager hätten die Chancen eines solchen Modells bereits ausgelotet und für positiv befunden. Als potenzieller Chef der neuen Ferien- und Billigflug-Airline wird Condor-Chef Ralf Teckentrup gehandelt. Der Manager, der von Lufthansa gekommen war, hat die vor dem Absturz stehende Fluglinie Condor erfolgreich saniert.

Aus Verhandlungskreisen verlautete dagegen, Karstadt-Quelle sei daran interessiert, Condor zu übernehmen, um die Fluglinie dann in einem folgenden Schritt an einen strategischen Investor im Ausland weiterzuverkaufen. Interesse dafür hätte der britische Billigflieger Easyjet, hieß es in der Finanzszene; auch die britische Virgin Atlantic des Multimillionärs Richard Branson, die mit einer kleinen Langstreckenflotte bisher ausschließlich Flüge zwischen Großbritannien und Nordamerika betreibt, wurde als potenzieller Interessent genannt.

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