Container-Reederei
Hapag-Rettungspaket ist geschnürt

Die angeschlagene Container-Reederei Hapag-Lloyd scheint finanziell vorerst gerettet zu sein. Die zum Teil zerstrittenen Gesellschafter haben sich am Donnerstag auf die Rahmenbedingungen für eine Sanierung geeinigt. Doch der Konzern schreibt weiter rote Zahlen. Unsicherheiten bei der künftigen Refinanzierung beleben eine alte Debatte neu.

FRANKFURT. Die angeschlagene Container-Reederei Hapag-Lloyd ist finanziell vorerst gerettet. Die zum Teil zerstrittenen Gesellschafter haben sich gestern auf die Rahmenbedingungen für eine Sanierung geeinigt. „Die Gesellschafter der Hapag-Lloyd AG haben sich heute auf ihren Beitrag zur langfristigen Unterstützung und Stärkung der Reederei geeinigt“, teilte Großaktionär Tui gestern Abend mit. Damit könnten jetzt Staatsbürgschaften beantragt werden.

Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Reederei der Welt, ist durch den massiven Nachfrageeinbruch sowie hohe Schulden in eine Schieflage geraten. Das Unternehmen benötigt 1,95 Mrd. Euro an frischem Kapital. 1,2 Mrd. Euro sollen über Bankkredite, durch Bundesbürgschaften besichert, gestellt werden. Die restliche Summe wollen die Gesellschafter, unter anderem der Reisekonzern Tui, der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg beisteuern. Bis zuletzt hatten aber Kühne und Tui über die Lastenverteilung gestritten.

Jetzt wollen die Gesellschafter proportional an einer Barkapitalerhöhung teilnehmen. Tui wird zudem einen Teil der Schulden, die Hapag bei Tui hat, in Hybridkapital wie etwa Genuss-Scheine und in Eigenkapital umwandeln. Zustimmen müssen noch die Gremien der Anteilseigner.

Bereits am Vormittag hatte Tui-Finanzchef Rainer Feuerhake eine Einigung angedeutet. „Wir wollen die Zukunft von Hapag sichern. Darin sind sich alle Gesellschafter einig“, sagte er. Daraufhin hob die Tui-Aktie regelrecht ab. Zeitweise notierte das Papier 13 Prozent im Plus. Doch Analysten blieben skeptisch. „Ich kann die Euphorie der Börse nicht teilen“, sagte Nils Machemehl, Analyst der BHF-Bank. Nach wie vor werfe das Engagement bei der Beteiligung Hapag-Lloyd einige Fragen auf. So hatte der Finanzchef erklärt, dass, sollte Hapag-Lloyd tatsächlich Staatsbürgschaften in Anspruch nehmen, qua Vorschrift während deren Laufzeit keine Kredite an Gesellschafter zurückgezahlt werden könnten. „Bis Hapag aber operativ wieder so stark ist, dass man auf die Staatshilfe verzichten kann, wird es sehr lange dauern“, warnte Machemehl.

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