Container-Schifffahrt
Banken blockieren Pläne der Reedereien

Die großen Reedereien wollen den Preisverfall bei Container-Schiffen stoppen. Dabei könnte nicht nur das Kartellrecht zum Stolperstein werden. Auch die Banken stellen sich quer. Warum die Pläne für eine gemeinschaftliche Stützung der krisengeschüttelten Container-Schifffahrt vor allem in der Kreditwirtschaft auf Skepsis stoßen.

FRANKFURT/HAMBURG. Dagfinn Lunde, Vorstand für Schiffsfinanzierung der genossenschaftlichen DVB Bank, sagte dem Handelsblatt, er sehe wenig Chancen für eine ausreichende Beteiligung der Branche an einer Pool-Lösung für sogenannte Feeder-Schiffe – das sind für den Transport von Containern gebaute kleinere Frachtschiffe, die etwa die Zulieferung zu großen Seehäfen übernehmen.

Seit Monaten kursiert in der Branche ein Modell, das von der Steuerberatungsgesellschaft Anchor entwickelt wurde. Es sieht im Kern vor, dass eine von Reedern und Banken finanzierte Auffanggesellschaft mit dem Namen „Baltic Max Feeder“ bis zu 500 Containerfrachter mietet. Weltweit gibt es rund 4 700 dieser Feeder-Schiffe. Dadurch würde der Markt künstlich verknappt – die Frachtpreise könnten sich erholen.

Bei den Banken ist man skeptisch. Ein Institut bezeichnete die Pläne schlichtweg als „dubios“. Selbst bei einer Reederei sprach man von „einer Ente“. Unisono hieß es, die Überlegungen seien noch in einer äußerst frühen Phase. DVB-Vorstand Lunde erwartet – ebenso wie Kollegen bei anderen namhaften Instituten – kartellrechtliche Probleme; die gibt es auch bei anderen Schiffsbanken.

Zu den großen Schiffsfinanzierern hierzulande zählen außer der DVB Bank die HSH Nordbank, die KfW-Ipex, die Commerzbank-Tochter Deutsche Schiffsbank sowie die NordLB. Allerdings sind die Häuser unterschiedlich stark im Feeder-Segment engagiert.

Die Krise hat die Container-Schiffahrt fest im Griff. Nach Zahlen der HSH Nordbank sanken die Charter-Raten für ein Schiff mit einer Kapazität von 2 500 Standardcontainern in den ersten fünf Monaten des Jahres nochmals um 2 000 auf 5 600 Dollar pro Tag. Anfang 2008 lagen sie noch bei 28 000 Dollar. Angesichts dessen operieren viele Reeder mit Verlusten und stehen mit dem Rücken zur Wand. Experten erwarten vor Mitte 2010 kaum eine Erholung.

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