Containerabfertigung
Häfen kämpfen um Kunden

Größere Schiffe, längere Kaimauern, höhere Kräne – die nordeuropäischen Seehäfen wetteifern um die Ladungsmengen. Daran ändert auch nichts, dass der Markt jährlich fast um acht Prozent wächst. Branchenführer ist der Rotterdamer Hafen, und er wird diese Position wohl langfristig vor Hamburg halten.

DÜSSELDORF/HAMBURG. „Die Häfen in Nordeuropa werden in den nächsten Jahren gleichmäßig wachsen, so dass sich die Marktanteile nicht verschieben werden“, sagt Detthold Aden, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Doch der Hamburger Hafen könnte weiter ins Hintertreffen geraten. „Es ist dringend notwendig, die Elbe zu vertiefen. Ansonsten verliert der Hafen seine Wettbewerbsposition“, sagt der Verbandschef. Er erwartet, dass der Staat hierfür die notwendigen Investitionen von rund 300 Mill. Euro zur Verfügung stellt.

Ansonsten drohe Deutschland ein Verkehrskollaps. Denn wenn die Elbe nicht ausgebaut wird, werden internationale Reedereien zunehmend Rotterdam ansteuern. Der Containerverkehr würde dann von dort aus per Binnenschiff in die Mitte Deutschlands – vor allem nach Duisburg – gelenkt. So hat der Rotterdamer Hafenbetreiber ECT erst im vergangenen Herbst die Mehrheit am DeCeTe-Terminal im Duisburger Hafen erworben. Von Duisburg aus geht es dann mit dem LKW oder der Bahn weiter.

Noch zehrt Hamburg von seinem Standortvorteil. „Wir profitieren von der Lage des Hafens zwischen den beiden Sonderkonjunkturregionen Fernost und Baltikum“, sagt Klaus-Dieter Peters, Vorstandschef der Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA). Vor allem der Verkehr aus China beflügelt den Umschlag des Hafens, da die Container aus Fernost über Hamburg in den gesamten Ostseeraum verteilt werden. So legte im Hamburger Hafen der Containerverkehr mit China um knapp 30 Prozent auf 2,1 Mill. Einheiten zu.

Viele ausländische Investoren schielen deshalb seit längerem auf einen Einstieg bei der HHLA. Vor allem Hafenbetreiber aus Asien und Saudi-Arabien hoffen nach dem geplatzten Einstieg mit der Deutschen Bahn darauf, einen Fuß in den Hamburger Hafen zu bekommen.

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