Containergeschäft
Schifffahrtskrise reißt NOL in die Tiefe

Die Krise in der Containerschifffahrt hat nun ihr erstes großes Opfer gefunden. Der beim Verkauf der TUI-Reederei Hapag-Lloyd unterlegene Interessent Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur streicht 1000 Arbeitsplätze, plant Umstrukturierungen und will seine Konzernzentrale verlegen. Alles nur, um Kosten zu sparen.

HB SINGAPUR. "Das Umfeld ist so negativ wie nie zuvor in der Geschichte dieser Industrie", warnte NOL-Chef Ron Widdows. "Was wir sehen, geht weit über einen normalen zyklischen Abschwung hinaus." Eine Erholung im Containergeschäft sei nicht in Sicht, und die Schwierigkeiten könnten sich über Jahre hinziehen, teilte die Reederei mit. In den vergangenen Wochen habe sich die Lage noch einmal deutlich verschlechtert. Die Aussicht auf Gewinne im nächsten Jahr seien düster.

NOL hatte in diesem Jahr ein Übernahmeangebot für Hapag-Lloyd, der fünftgrößten Containerreederei der Welt, vorgelegt. Der asiatische Konzern zog dann aber sein Angebot Anfang Oktober zurück. Widdows hatte bereits zu diesem Zeitpunkt auf eine Eintrübung in der bisher erfolgsverwöhnten Containerschifffahrt hingewiesen. Hohe Rohstoff- und Ölpreise fielen zusammen mit niedrigen Frachtraten und wachsenden Kapazitäten an Schiffen, die noch in besseren Zeiten bestellt worden waren.

Die TUI-Tochter Hapag-Lloyd ging danach zu einem Unternehmenswert von 4,45 Milliarden Euro an eine Hamburger Investorengruppe um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Die Stadt Hamburg unterstützte den Kauf mit 484 Millionen Euro, damit die Reederei aus Singapur nicht zum Zuge kommen konnte. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Geschäfts hatte Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt eine Jobgarantie für die Beschäftigten ausgesprochen.

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