Coop-Märkte Edeka geht gegen Rewe-Pläne vor

Seit zwei Jahren streiten sich Edeka und Rewe um Kaiser's Tengelmann. Das Klima zwischen den Rivalen dürfte sich in Zukunft kaum verbessern. Denn jetzt steht schon der nächste Konflikt vor der Tür.
Update: 15.11.2016 - 14:46 Uhr Kommentieren
Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen Rewe die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben. Quelle: dpa
Sky-Verbrauchermarkt in Oldenburg

Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen Rewe die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben.

(Foto: dpa)

Bonn/HamburgNoch steht eine Einigung im Streit um Kaiser's Tengelmann aus, da bahnt sich zwischen den beiden größten deutschen Supermarktketten Edeka und Rewe schon der nächste Konflikt an. Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte am Dienstag den Eingang der Klage. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ über die Beschwerde berichtet.

Nach Einschätzung von Edeka habe das Bundeskartellamt bei der Genehmigung nicht durchgehend die gleichen Maßstäbe angelegt wie im Fall Kaiser's Tengelmann, hieß es zur Begründung in mit der Sache vertrauten Kreisen. Zwar hatten Rewe und Coop im Zuge des Genehmigungsverfahrens insgesamt elf Filialen an die unabhängige, mittelständische Bartels-Langness-Gruppe verkauft. Doch reichen diese Einschnitte Edeka offenbar nicht.

Das Bundeskartellamt wollte den Schritt von Edeka nicht kommentieren. Ein Rewe-Sprecher betonte, die Beschwerde sei nach Auffassung des Unternehmens „ebenso rechtlich unbegründet wie aussichtslos“.

Coop betreibt in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg rund 200 Filialen unter der Marke Sky und erzielte damit 2015 einen Umsatz von gut 1,2 Milliarden Euro. Rewe ist mit über 6000 Filialen Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler – nach Edeka.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte bei der Bekanntgabe der Genehmigung Ende Oktober betont, bei der Bewertung der Übernahme von Coop durch Rewe seien inhaltlich die gleichen Prüfungen durchgeführt worden wie bei der geplanten Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka. „Wir haben uns alle relevanten Regionen genau angesehen und bewertet, ob auch nach einer Übernahme für die Verbraucher vor Ort noch genügend Auswahlmöglichkeiten existieren würden“, sagte der Behördenchef.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Die Verhandlungen über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann dauerten nach dpa-Informationen auch am Dienstag an. Auch am Montag hatten Edeka und Rewe verhandelt, ohne eine Einigung zu erzielen. Die über 15.000 Beschäftigten der rote Zahlen schreibenden Supermarktkette hoffen auf einen Kompromiss, der ihre Arbeitsplätze sichert.

Die Beschwerde von Edeka im Fall Coop könnte nach Einschätzung der „Lebensmittel Zeitung“ auch ein Druckmittel in den laufenden Verhandlungen zur Aufteilung von Kaiser's Tengelmann sein. Ein Rewe-Sprecher betonte allerdings, für die laufenden Gespräche über Kaiser's Tengelmann sei der Schritt von Edeka nicht relevant.

  • dpa
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