Cordes bündelt die Kräfte
Metro verkauft Extra-Märkte an Rewe

Seit längerem war darüber spekuliert worden, jetzt ist es offiziell: Metro wird seine Verbrauchermarkt-Kette Extra verkaufen. Die 245 Extra-Verbrauchermärkte mit rund 1,6 Mrd. Euro Umsatz gehen mit Wirkung zum 1. Juli 2008 an den Lebensmittelhändler Rewe.

HB FRANKFURT. Der größte deutsche Handelskonzern Metro wird seine Verbrauchermarkt-Kette Extra an den Lebensmittelhändler Rewe verkaufen. Das ist der erste Schritt des seit Herbst amtierenden Metro-Chefs Eckhard Cordes, sich von margenschwachen Geschäftsbereichen zu trennen. Wie Metro am Donnerstag mitteilte, gehen die 245 Extra-Verbrauchermärkte mit rund 1,6 Mrd. Euro Umsatz mit Wirkung zum 1. Juli 2008 an Rewe.

„Mit dem Verkauf von Extra konzentrieren wir uns im Lebensmitteleinzelhandel klar auf das Real SB-Warenhaus und können unsere Kräfte für die erfolgreiche Repositionierung in Deutschland noch wirkungsvoller bündeln“, begründete Cordes die Entscheidung. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Durch den Verkauf sinke die Nettoverschuldung der Metro um 350 Mill. Euro, die für Ratingagenturen relevanten Schulden gingen sogar um 670 Mill. Euro zurück.

An der Börse kam der Verkauf gut an. Im Parketthandel zog die Metro-Aktie um drei Prozent auf 53,72 Euro an.

Metro zufolge werden alle 9700 Mitarbeiter der vor allem in Norddeutschland und im Raum Berlin liegenden Extra-Märkte von Rewe übernommen. 90 Prozent des Sortiments machen Lebensmittel aus. Wie viele andere Ketten in Deutschland leidet auch Extra unter dem Preiskampf im Lebensmittelhandel.

Rewe verspricht sich von dem Zukauf eine Verdichtung des Filialnetzes in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zudem seien „positive Synergien vor allem in den Bereichen Logistik, Beschaffung und Vertriebskonzepte“ zu erwarten, erklärte der Vorstand. Der Handelskonzern setzt mit mehr als 12 000 Märkten in ganz Europa rund 45 Mrd. Euro um.

In der Branche war seit längerem über einen Verkauf der Extra-Märkte spekuliert worden. Gleich zu seinem Amtsantritt hatte Metro-Chef Cordes angekündigt, „strategische Optionen“ für Extra zu prüfen. Metro verdient Geld vor allem mit seinen Großhandelsmärkten und den Elektronikfachmärkten Media Markt und Saturn, die im Ausland stark expandieren. Schleppend verläuft dagegen das Deutschland-Geschäft der Kaufhof-Warenhäuser und der Supermarktkette Real.

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