Coty sticht Henkel aus
Die Reimanns machen bei Wella das Rennen

Henkel hat bei Wella das Nachsehen. Der Konsumgüterriese Procter & Gamble verkauft seine Kosmetikmarken für 11 Milliarden Euro an den US-Konzern Coty, hinter dem eine deutsche Milliardärsfamilie steckt.
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New YorkDer Konsumgüterkonzern Procter & Gamble aus den USA verkauft seine Kosmetikmarken wie Wella an den US-Kosmetikkonzern Coty. Coty zahle 12,5 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro) und bekomme dafür insgesamt 43 Marken, teilte P&G am Donnerstag mit. Das US-Unternehmen Coty wird von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrolliert.

Auch der deutsche Konsumgüterriese Henkel hatte sich um die P&G-Sparte bemüht. Ein Grund ist offenbar, dass Coty ein ganzes Bündel von Kosmetik-, Parfüm- und Haarpflegemarken übernehmen wollte, während Henkel Insidern zufolge nur an der Haarpflegesparte Wella interessiert war, deren Wert Experten auf fünf bis sieben Milliarden Dollar taxieren.

An den Aktienmärkten verlor zunächst niemand durch den Deal: Coty-Aktien stiegen vor Börsenstart in den USA um mehr als drei Prozent, P&G-Papiere legten knapp zwei Prozent zu. Henkel-Papiere tendierten in Frankfurt 1,7 Prozent höher.

P&G hatte vor drei Jahren ein Sparprogramm in Höhe von zehn Milliarden Dollar begonnen, und seit vergangenem Sommer einen kompletten Umbau beschlossen. Ende Januar kündigte der Konzern an, der Verkauf oder der Stopp von 35 Marken sei bereits beschlossen. Ziel seien 90 Marken. Im vergangenen Jahr hatte P&G seine Batteriesparte Duracell an den Investor Warren Buffett verkauft. Die Seifenmarken Zest und Camay gingen an Unilever.

Coty wurde 1904 von dem französischen Parfümeur Francois Coty gegründet und gehört heute den Reimanns – einer der reichsten Familien in Deutschland. Sie hat vergangenes Jahr über ihren niederländischen Konzern D.E Master Blenders (Senseo) für fünf Milliarden Dollar das Kaffeegeschäft des US-Konzerns Mondelez mit den Marken Jacobs und Tassimo übernommen.

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