CSCL Indian Ocean Bergungsversuche bei Containerriesen scheitern

Eines der größten Containerschiffe der Welt ist am Mittwoch in der Elbe vor Hamburg auf Grund gelaufen. Sieben Schlepper sollten die rund 400 Meter lange „CSCL Indian Ocean“ freiziehen. Doch der Versuch missglückte.
Update: 04.02.2016 - 17:11 Uhr
Das rund 400 Meter lange Containerschiff liegt in der Elbe bei Stade auf Grund. Quelle: dpa
„CSCL Indian Ocean“

Das rund 400 Meter lange Containerschiff liegt in der Elbe bei Stade auf Grund.

(Foto: dpa)

Stade/HamburgKnifflige Operation: Der Containerriese „CSCL Indian Ocean“ sitzt in der Elbe fest. Zwei Abschleppversuche scheiterten. Das 400 Meter lange Schiff war am Mittwochabend in der Nähe von Stade (Niedersachsen) auf Grund gelaufen. Das Havariekommando Cuxhaven übernahm die Einsatzleitung.

Was für die Bergungsspezialisten eine Herausforderung ist, zog etliche Schaulustige auf den nahen Elbdeich. Sie beobachteten den Giganten und die Rettungsmanöver in der Elbe. Die Wirtin vom Hotel „An der Elbe“, Iris Cohrs, staunte: „Sowas hatten wir hier noch nicht“, sagte sie. „So stelle ich mir die Arche Noah auf dem Berg vor.“

Eine weitere Elbanrainerin wunderte sich nicht über den Zwischenfall: „Die Schiffe werden immer größer. Irgendwann musste das passieren.“ Der Schiffsriese kann maximal rund 19.000 Container laden, hatte aber weniger an Bord – auch, um die Elbe passieren zu können. Genaue Zahlen gab es dazu nicht.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Unterdessen leitete das Havariekommando erste Maßnahmen ein: Ein Nautiker war zur Lagebeurteilung vor Ort, ein Peilschiff soll die exakte Lage des Frachters ermitteln. Außerdem sollte ein Spülbagger den Schlick um das Schiff wegspülen. Ein Spezialflugzeug habe das Elbgebiet überflogen und konnte keinen Schadstoffaustritt feststellen, teilte das Kommando mit. Von der Reederei seien die Konstruktionspläne des erst 2015 in Fahrt gegangenen Schiffes angefordert worden.

Nach einem vergeblichen Abschleppversuch in der Nacht hatten die Behörden am Donnerstag auf die Mittagsfluten gehofft. Doch selbst sieben Schlepper – mit Zugkräften von jeweils bis zu rund 90 Tonnen – schafften es nicht, das um Ballastwasser bereits erleichterte Schiff frei zu bekommen. Das Schiff war nach Angaben der Hamburger Polizei mit einem Tiefgang von etwa elf Metern auf dem Weg von England nach Hamburg.

Kommt der Containerriese frei, soll er in den Hafen geschleppt werden. Die Wasserschutzpolizei hat an Bord Beweismittel gesichert und ermittelt. Die Reederei China Shipping äußerte sich nicht.

Der aktuelle Vorfall rief Politiker und Umweltschützer auf den Plan. „Ein solcher Unfall war schon länger zu befürchten - und angesichts der 'Quälerei' der großen Containerschiffe die Elbe hinauf sind auch weitere Vorfälle dieser Art in Zukunft nicht auszuschließen“, meinte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Die Havarie zeigt einmal mehr, wie dringend wir eine Kooperation der norddeutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven brauchen.“

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  • dpa
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