Dänische Falck-Gruppe und die britische Securicor wollen sich zusammentun
Security-Branche vor Mega-Fusion

Die dänische Falck-Gruppe und die britische Securicor wollen sich zusammentun. Sollte die Fusion der beiden Unternehmen zu Stande kommen, wird es im Kampf um die globale Spitzenposition in der Branche enger.

STOCKHOLM. In der Sicherheitsbranche zeichnet sich eine Mega-Fusion ab: Der weltweit zweitgrößte Anbieter von Sicherheitsdiensten, die dänische Group 4 Falck, bestätigte gestern Fusionsgespräche mit dem britischen Konkurrenten Securicor Plc.. Beide Unternehmen wollten noch keine Einzelheiten der eventuell geplanten Sicherheits-Ehe geben, doch erklärten sie, dass eine Entscheidung „noch in diesem Monat“ zu erwarten sei. Bei einer Fusion würden die Aktien des neuen Unternehmens in London und Kopenhagen notiert, hieß es. Nach Bekanntwerden der Fusionspläne stiegen die Aktien beider Konzerne um mehr als 3 %.

Sollte die Fusion der beiden Unternehmen zu Stande kommen, wird es im Kampf um die globale Spitzenposition in der Branche enger. Bisher ist die unangefochtene Nummer eins der schwedische Konzern Securitas. Doch bei einem Zusammengehen von Falck und Securicor entstünde ein Konzern mit einem Börsenwert von etwa 3 Mrd. Euro. Securitas Börsenwert liegt derzeit bei rund 3,9 Mrd. Euro.

Dennoch gab man sich bei Securitas in Stockholm gelassen. „Eine Fusion der beiden ist für die gesamte Branche positiv“, sagte der Finanzchef von Securitas, Håkan Winberg. Auch ein Analyst hob hervor, dass die mögliche dänisch-britische Eheschließung positiv für die Preisstruktur in der Branche sei. Negativ beurteilte er allerdings, dass gegen Securicor mehrere juristische Verfahren laufen, weil das Unternehmen für die Sicherheitskontrollen auf den US-Flughäfen in Newark und Dulles verantwortlich war. Von hier waren zwei Maschinen gestartet, die am 11. September 2001 in das World Trade Center in New York stürzten.

Die gesamte Sicherheitsbranche hat nach diesen Terroranschlägen einen großen Aufschwung erlebt. Erst im vergangenen Jahr kaufte der US-Konzern United Technologies Corp. den britischen Konkurrenten Chubb Plc. für 916 Mill. Euro.

Falck und Securicor bieten neben Wach- und Schließdiensten auch Personenschutz und Werttransporte an. Zusammen beschäftigen beide Unternehmen rund 250 000 Mitarbeiter in 120 Ländern. In Großbritannien würde der neue Konzern auf einen Marktanteil von 20 bis 25 % kommen. In Deutschland bieten beide Unternehmen vor allem Werttransporte, aber auch andere Sicherheitsdienstleistungen an.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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