Daimler-Werk in Moskau Russland rollt Autobauern den roten Teppich aus

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Deutsche Unternehmen verstärken ihr Engagement
Das sind die Bestseller von Daimler
Starke Absatzzahlen
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Beim Stuttgarter Autobauer läuft es rund: Dank neuen Bestwerten beim Absatz hat der Autobauer Daimler auch bei Umsatz und Ergebnis noch einmal deutlich zugelegt. 2017 verbuchte Daimler einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Lagen die Stuttgarter 2012 noch hinter den Rivalen aus München und Ingolstadt, so ist die Marke Mercedes jetzt mit 2,2 Millionen verkauften Autos 200.000 Einheiten vor BMW und 400.000 Stück vor Audi. Die Bestseller im Überblick.

Kompaktklasse
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2017 war mehr als jedes vierte verkaufte Fahrzeug bei Mercedes-Benz ein Kompaktwagen – insgesamt 620.000 Mal wurde ein Wagen aus dieser Kategorie verkauft. Dazu gehören beispielsweise die A-Klasse (im Bild) und die B-Klasse.

Kompaktklasse
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Wachsen konnte Mercedes Benz im Kompakt-Segment auch, weil die Marke die Modellpalette um Autos wie die Limousine CLA, den CLA Shooting Brake (im Bild) oder den SUV GLA erweitert hat. Die beiden größten Märkte für Kompaktwagen waren Deutschland und China.

Mittelklasse
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Der Bestseller bei Mercedes ist allerdings das Mittelklasse-Modell C-Klasse: Die Limousine und das T-Modell wurden insgesamt 450.000 Mal verkauft. Ein Viertel ging auf die Langversion der C-Klasse Limousine zurück, ein Modell, das ausschließlich in China gebaut und verkauft wird.

Obere Mittelklasse
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Auch die neuen Modelle der Mercedes E-Klasse haben in ihrem ersten Verkaufsjahr Rekorde gebrochen. Nie war die E-Klasse so beliebt wie in den vergangenen zwölf Monaten – 350.000 Mal wurden die Limousine und das T-Modell verkauft. Daimler schaffte es, mit den neuen Modellen eine Absatzsteigerung von 40 Prozent zu erzielen. Größter Abnehmer der Limousine ist China, dort wurden die Verkäufe sogar verdoppelt.

SUV
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Stärkste Produktkategorie ist bei Daimler – wie auch im Vorjahr – das Segment SUVs: Die Beliebtheit der Geländewagen stieg weiter stark an. 850.000 SUVs konnte der Konzern absetzen. Mit 14 Prozent Absatzwachstum trugen die SUVs maßgeblich zum Verkaufserfolg der Marke bei.

SUVs
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Getrieben wurde das Wachstum in dem Segment vor allem durch starke Verkäufe der Kompakt-SUVs. Bestseller waren die Modell GLC (im Bild) und GLA, die auf den Plattformen der C-Klasse und der A-Klasse basieren.

Ein Trend, von dem die russische Führung positive Effekte erwartet. Daimlers Investition von mehr als 250 Millionen Euro soll mehr als 1000 Arbeitsplätze schaffen. Das sei alles nur der Anfang, meint Russlands Industrieminister Denis Manturow. „Die folgenden Investitionen werden unserer Wirtschaft zu Gute kommen.“ Der Moskauer Gouverneur Andrej Worobjow sagt, es sei schon Gelände reserviert, damit sich Partner und Zulieferer von Mercedes ansiedeln könnten. Es ist die erste Neuniederlassung eines großen westlichen Autobauers in Russland seit zehn Jahren, wie die Agentur Tass schreibt.

Um Daimler die Investition zu versüßen, sparen die Behörden nicht mit Anreizen. Bis 2025 hat die Moskauer Gebietsverwaltung Mercedes-Benz von der Umsatzsteuer befreit. Bis 2029 steigt sie graduell auf 13,5 Prozent. Hinter vorgehaltener Hand vermuten Beobachter auch, dass Mercedes seinen Status als beliebte Marke für Funktionäre verteidigen will. 2014 hatte die Regierung festgelegt, dass Behörden ihre Fuhrparks nur mit Autos aus russischer Produktion bestücken dürfen.

Die Gewinner und Verlierer am deutschen Automarkt
Verlierer: Volkswagen
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Der Marktführer zeigt auf seinem Heimatmarkt ungewohnte Schwächen. In den ersten drei Monaten sank der VW-Absatz in Deutschland um 4,3 Prozent – und das in einem wachsenden Markt. Mit 18,4 Prozent oder rund verkauften 155.000 Fahrzeugen beherrschen die Wolfsburger weiter den Markt, büßen aber Anteile ein.

Verlierer: Audi
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Auch die Premiummarke aus dem VW-Konzern hat ein Problem. In den ersten drei Monaten hat sie weniger Fahrzeuge verkauft als Konkurrent Mercedes. Insgesamt wuchs der Absatz um 0,3 Prozent auf rund 75.000 Fahrzeuge und damit deutlich schwächer als der Markt. Hat weiter schwelende Dieselskandal das Vertrauen der Deutschen erschüttert?

Verlierer: Smart
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Die Neuauflage des kleinen Stadtflitzers ist noch gar nicht so alt. Doch das Kaufinteresse der Deutschen hat schon spürbar nachgelassen. Nicht nur das Auto, auch der Absatz ist mittlerweile mickrig. Im ersten Quartal sank der er um 1,9 Prozent auf rund 7.800 Fahrzeuge.

Verlierer: Honda
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Die Japaner waren in Deutschland schon immer etwas schwächer als in anderen Weltregionen. Doch das erste Halbjahr war eines zum Vergessen. Um satte 25 Prozent schmierte der Honda-Absatz ab. In den ersten drei Monaten verkauften die Japaner damit rund 6.400 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 0,8 Prozent entspricht.

Verlierer: Nissan
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Weil Bestseller vor einer Neuauflage stehen, ist den Japanern ihr Wachstum in den ersten drei Monaten abhandengekommen. Zwar legte der Absatz immer noch um 2,1 Prozent auf 19.800 Fahrzeuge zu. Doch damit ist Nissan deutlich schlechter als der Markt und verliert Anteile.

Gewinner: Mercedes
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Der Stern glänzt wieder – auch in Deutschland. Mit rund 77.300 verkauften Fahrzeugen sind die Schwaben nicht nur der führende Premiumhersteller im Heimatmarkt, sondern konnten den Absatz um 9,2 Prozent steigern. Das reicht, um an Audi vorbeizuziehen.

Gewinner: Renault/Dacia
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Das französisch-rumänische Duo legt im Volumenmarkt Tempo vor. Renault verbucht ein Plus von 28,8 Prozent auf fast 32.000 verkaufte Fahrzeuge. Dacia legt um 35,2 Prozent auf rund 14.000 Fahrzeuge zu. Gemeinsam ziehen die beiden damit sogar wieder an VW-Tochter Skoda vorbei und sind damit der größte Importeur in Deutschland.

Matthias Schepp, Leiter der Auslandshandelskammer, ist aber überzeugt: „Die russischen Regionen rollen Investoren in letzter Zeit den roten Teppich aus.“ Es werde geschätzt, dass deutsche Firmen trotz politischer Probleme an Russland festhalten. „Während amerikanische Konzerne wie General Motors Russland verlassen haben, sind deutsche Unternehmen geblieben und gehen sogar verstärkt rein.“

In der Tat springt Daimler mit seiner Produktion in Russland auf einen Zug auf, den Mitbewerber schon vor Jahren bestiegen haben. BMW ist seit 1999 in der Ostsee-Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) vertreten, 2015 wurden dort 16.200 Fahrzeuge gefertigt.

Auch Volkswagen hatte zuletzt sein Engagement in Russland ausgebaut. Rund 500 Millionen Euro haben die Wolfsburger nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren in Russland investiert und unter anderem ein Motorenwerk gebaut. Erst vergangene Woche verlängerte VW eine Kooperation mit dem russischen Autobauer GAZ bis 2025.

  • dpa
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3 Kommentare zu "Daimler-Werk in Moskau: Russland rollt Autobauern den roten Teppich aus"

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  • Komisch, dass die Trump-Fans in diesem Forum nun nicht aufjaulen "Verdammt, warum produzieren deutsche Firmen nicht in Deutschland!"

    Statt dessen: Russland ist immer gut. Für jeden ordentlichen deutschen Trump-Fan gehört es sich offenbar, alles, was Russland hilft, zu bejubeln.

    Alles völlig Gaga, wie immer.

  • HB : "„Während amerikanische Konzerne wie General Motors Russland verlassen haben, sind deutsche Unternehmen geblieben und gehen sogar verstärkt rein.“
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    Eine gute Entwicklung. Wer in Russland produziert, wird mit Sanktionen weniger Probleme haben.
    (George Soros : "Ohne Frau Dr. Merkel würde es keine Russland-Sanktionen geben")

  • Eigentlich sind ja Politiker für ein gutes Klima zwischen zwei Ländern verantwortlich. Da Merkel und Co dies im Falle von Russland aber nicht wollen, muss die Wirtschaft für gute Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen sorgen.

    Der Satz: "Deutschland geht es gut, aber nicht wegen der Politik sondern trotz der Politik." wird immer richtiger......

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