Dank Auslandsgeschäft ein Umsatzplus
Versandhauschef Otto ist optimistisch

Der Chef des weltgrößten Versandhandelskonzerns Otto glaubt an eine Trendwende im stark eingebrochenen Versandhandelsgeschäft. Dank des Auslandsgeschäfts hatt Otto bereits in den ersten sieben Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzplus verzeichnet.

HB FRANKFURT. „Erfreulicherweise haben wir im Konzern von März bis Ende September eine Umsatzsteigerung von 2,3 % erwirtschaften können“, sagte der Chef der Otto-Gruppe, Michael Otto, der „Welt am Sonntag“. „Die Umsätze im Inland liegen auf Vorjahresniveau, womit wir immer noch besser abschneiden als der deutsche Einzelhandel, der weiterhin im Minus liegt“, ergänzte Otto. „Im Ausland konnten wir insgesamt ein Plus von 4,7 % erzielen. Ich gehe davon aus, dass wir auch beim Ergebnis einen vernünftigen Anschluss an das Vorjahr haben werden.“

Das Auslandsgeschäft trägt mittlerweile knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz der Otto-Gruppe bei. Im vergangenen Geschäftsjahr 2003/2004 hatte die Konsumschwäche Gewinn und Umsatz der Handelsgruppe gedrückt. Das Ergebnis vor Steuern sank um mehr als sieben Prozent auf 307 Mill. €, der Umsatz fiel währungsbereinigt um 2,3 % auf 14,3 Mrd. €.

Während Konkurrenten wie Quelle und Neckermann die Universal-Kataloge abspecken wollen, macht Otto das genaue Gegenteil. Erstmals seit 55 Jahren gibt der Otto-Versand neben den Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Katalogen einen zusätzlichen Sommerkatalog heraus. „Der Kunde bestellt heute sehr viel näher am Bedarf als früher“, meinte Otto. „Mit drei Hauptkatalogen und vielen Spezialkatalogen sind wir in der Lage, dem Kunden die aktuellsten Trends in Mode und bei Innovationen anzubieten."

Mit Blick auf die Krise beim Konkurrenten Karstadt-Quelle sagte Otto: „Ich wünsche Karstadt-Quelle, dass sie sehr schnell wieder in ein ruhiges Fahrwasser zurückkehren und ihre Probleme lösen können. Das ist für die gesamte Branche gut.“ Schwierigkeiten eines großen Einzelhändlers wirkten sich auch auf die anderen negativ aus.

Ein Interesse an der Logistik-Sparte von Karstadt-Quelle schloss Otto nicht aus, bislang sei aber noch keine Anfrage an ihn herangetragen worden. „Zur Logistik haben wir bislang nur auf Anfrage gesagt, dass wir, wenn es an uns herangetragen würde, den gesamten Logistik-Komplex prüfen würden.“ Dies sei aber noch nicht geschehen. Ein Interesse an der Sport-Kette „Runners Point“ habe Otto „nie erwähnt“. „Das ist über andere Kanäle ins Gespräch gebracht worden.“

Zum geplanten Verkauf der Tochter Hanseatic Bank sagte Otto: „Wir sind auf einem guten Weg, in Kürze 75 % zu veräußern.“ Zu den potenziellen Käufern sagte Otto nichts. Nach früheren Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen verhandelt Otto noch mit der französischen Bank Societe Generale sowie der Deutschen Postbank.

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