Darex-Kauf
Wie Van Bylen Henkel an der Weltspitze hält

Henkel will für rund eine Milliarde Euro den Verpackungsspezialisten Darex kaufen. Das ergibt Sinn. Im Industriegeschäft muss der Konzern regelmäßig Technologien zukaufen, um an der Weltspitze zu bleiben. Eine Analyse.
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HamburgHenkel will weiter zukaufen. Diesmal hat es der Dax-Konzern auf einen Spezialisten für Verpackungsklebstoffe abgesehen: das US-Unternehmen Darex. Für knapp eine Milliarde Euro bekäme Henkel so 285 Millionen Euro Jahresumsatz dazu. Darex beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter und hat 20 Standorte in 19 Ländern.

Wichtiger als die Zahlen: Henkel stärkt seine technologische Palette im Bereich Verpackungsklebstoffe. Bei diesen Produkten ist Henkel sowieso schon stark. Künftig kann der Dax-Konzern seinen Industriekunden weitere Lösungen aus einer Hand anbieten. Anders als Klebstoffe für die Automobil- und Elektroindustrie ist das Geschäft mit Verpackungskleber zudem kaum konjunkturabhängig.

Daher ergibt der Zukauf wohl Sinn. Praktisch umsetzbar ist er auch. Henkel-Chef Hans Van Bylen hat bereits beim Kauf des Waschmittelherstellers Sun für gut drei Milliarden Euro im vergangenen Sommer gezeigt, dass er Zukäufe schnell integrieren kann. Das US-Geschäft von Henkel ist noch eine Baustelle: Derzeit zieht der Konzern seine Mitarbeiter dort in einer neuen Zentrale in der Nähe von New York zusammen. Der erneute Zukauf macht das etwas komplexer, aber wohl nicht zu kompliziert.

Für die neun Milliarden Umsatz-Euro starke Klebstoffsparte des Weltmarktführers Henkel wird Darex auch künftig eher ein Randbereich bleiben. Doch es ist richtig, dass der Konzern sich regelmäßig mit Zukäufen um neue Technologien verstärkt. Das geht schneller, als alles selbst zu entwickeln und bringt gewachsene Kundenbeziehungen mit. So hält sich Henkel bei Klebstoffen an der Weltspitze.

Dank der in den vergangene Jahren gestärkten Ertragskraft kann Henkel solche Zukäufe tätigen, ohne sein gutes A-Kreditrating zu gefährden und ohne an der Dividende zu knapsen. Größere Widerstände sind nicht zu erwarten. Verkäufer GCP will nun die Arbeitnehmervertreter informieren. Auch sie dürften erkennen, dass Darex in dem Konzern eine gute Wachstumsperspektive hat.

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