Darty-Übernahmeschlacht
Bieter für Elektronik-Händler schaukeln sich hoch

Ein Möbelkonzern und ein Buchhändler buhlen um eine Elektronik-Kette: In der Übernahmeschlacht um den Einzelhändler Darty haben sich Steinhoff und Fnac drei Mal überboten. Das Tauziehen dürfte weitergehen.

ParisIn der Übernahmeschlacht um den drittgrößten europäischen Elektronik-Händler Darty geht es Schlag auf Schlag. Innerhalb weniger Stunden überboten sich der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff und der französische Buch- und Musik-Händler Fnac dreimal mit ihren Geboten für den vor allem in Frankreich stark vertretenen Media-Saturn-Rivalen Darty. Am Donnerstagnachmittag führte Fnac im Ringen um das in London börsennotierte Unternehmen mit einer Offerte über mehr als eine Milliarde Euro. Die Franzosen liegen mit 153 Pence je Aktie über dem vorherigen Angebot von Steinhoff über 150 Pence. Erst am Morgen hatte Fnac auf 145 Pence je Aktie aufgestockt.

Beide versuchen damit, große Investoren von Darty auf ihre Seite zu ziehen. Fnac hat nach eigenen Angaben mit dem jüngsten Angebot 27,7 Prozent an Darty sicher. Die seit Dezember an der Frankfurter Börse gelistete Steinhoff hatte am Mittwoch – noch zum Preis von 138 Pence – knapp 20 Prozent der Darty-Aktien von vier Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltern gekauft. Viele Anleger rechnen damit, dass das Tauziehen noch weitergeht: Die Darty-Aktie stieg am Donnerstag um 19 Prozent auf 158,66 Pence.

Fnac will mit der Übernahme von Darty ebenso wie Steinhoff in neue Branchen diversifizieren. Die Franzosen hatten kürzlich eine 159 Millionen Euro schwere Kapitalspritze von Milliardär Vincent Bollore erhalten, der mit seinem Konzern Vivendi mit 15 Prozent einstieg. Steinhoff, im Möbelhandel weltweit die Nummer zwei hinter Ikea, tummelt sich seit Jahren auch in verwandten Geschäftsfeldern wie Haushaltswaren und Bekleidung. In Deutschland ist der Konzern für die „Poco“-Möbelhäuser bekannt, in Österreich für „Kika“ und „Leiner“, in Frankreich gehört ihm die Einrichtungskette Conforama, die als Bieter für Darty auftritt.

Darty sitzt in Großbritannien und betreibt 400 Läden in ganz Europa. 70 Prozent des Umsatzes kommen allein aus Frankreich, der Rest zum Großteil aus den Niederlanden und aus Belgien. Darty spielt damit in einer Liga mit Media-Saturn und der britischen Dixons.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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