Datenaffäre
Bahn stürzt in Führungskrise

Hartmut Mehdorn hat auf der Bilanz-Pressekonferenz seinen Rücktritt als Bahn-Chef angeboten. Er war zuvor wegen der Datenaffäre bei dem Konzern immer stärker unter Druck geraten. Und er ist nicht der einzige Bahn-Vorstand, der geht: Auch Finanzvorstand Diethelm Sack packt seine Sachen. Der Bahn drohen Führungschaos und eine schwierige Nachfolger-Suche.

BERLIN. Nach dem Rücktritt von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ist in der Politik ein Streit über die künftige Führungsstruktur des Staatsunternehmens entbrannt. Die SPD will, dass die Holding der DB AG gemeinsam mit der zur Privatisierung anstehenden Tochter „DB Mobility Logistics“ wie bisher von einer Person geführt wird. Die Union dagegen fordert eine Doppelspitze. Diese Auseinandersetzung belastet die Suche nach einem Nachfolger für Mehdorn.

Der Bahn-Chef hatte am Montag die Konsequenz aus der eskalierenden Datenaffäre gezogen und seinen Rücktritt angeboten. Er wies jedoch weiter jede persönliche Schuld von sich. Mehdorns Vertrag lief eigentlich noch bis 2011.

In der SPD fürchtet man, dass eine Doppelspitze ein eindeutiges Signal wäre, dass an den zunächst an der Wirtschaftskrise gescheiterten Privatisierungsplänen für die Logistik-Tochter festgehalten wird. Viele in der SPD wollen dauerhaft auf den Börsengang verzichten. Etliche Landesverbände hatten in den vergangenen Wochen entsprechende Anträge für das Programm zur Bundestagswahl beschlossen.

Heute Abend um 22 Uhr werden sich im Kanzleramt Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (alle SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) treffen und über das weitere Vorgehen beraten. Es sei wichtig, dass die Koalition ein abgestimmtes Vorgehen entwickele und sich nicht im „parteipolitischen Klein-Klein“ verheddere, hieß es. Deshalb sollten auch nicht die Parteivorsitzenden an dem Treffen teilnehmen. Am Donnerstag will sich dann Mehdorn mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Müller treffen und über das weitere Vorgehen beraten.

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