Datenaffäre
Bahn trennt sich von vier Vorstandsmitgliedern

Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube räumt nach der Datenaffäre auf. Vier Vorstandsmitglieder scheiden Ende Mai aus. Aber Margret Suckale, Norbert Bensel, Norbert Hansen und Otto Wiesheu sind nicht die einzigen, die den Konzern verlassen.

HB BERLIN. Der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, sein Kollege von der Konzernsicherheit, Jens Puls, und der Chef der Compliance-Abteilung, der frühere Frankfurter Staatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner, verlassen den Konzern umgehend. Das teilten Aufsichtsratschef Werner Müller und der neue Vorstandschef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin mit. Grube sagte: „Fehlverhalten kann und werde ich nicht tolerieren, deshalb brauchen wir einen Neuanfang.“ In einem neuen Vorstandsressort sollen die Bereiche Compliance, Datenschutz und Recht zusammengefasst werden.

Grube und Müller gaben auch das Ausscheiden der vier Vorstandsmitglieder bekannt. Schließlich beendet die Bahn den Vertrag mit dem Rechtsanwalt Edgar Joussen, der für sie als Ombudsmann tätig war. Weitere Einzelheiten wollen der Bahn-Vorstandschef und der Chefkontrolleur in einer Pressekonferenz mitteilen.

Von den scheidenden Vorstandsmitgliedern war der 61-jährige Bensel während der Datenaffäre Personalvorstand und ist jetzt für Logistik zuständig; der 64 Jahre alte Wiesheu ist seit 2005 verantwortlich für Wirtschaft und politische Beziehungen. Er war zuvor bayerischer Wirtschafts- und Verkehrsminister. Der frühere Transnet-Chef Hansen scheidet den Angaben zufolge aus gesundheitlichen Gründen aus. Schon vorher war bekannt geworden, dass die Personalchefin Margret Suckale zum Chemiekonzern BASF wechselt.

Müller erklärte, in der Affäre sei „seit Jahren wiederholt und breitflächig“ gegen rechtliche Regeln verstoßen worden. In Einzelfällen gebe es eine strafrechtliche Relevanz. Jedes Vorstandsmitglied habe dem Aufsichtsrat aber glaubhaft versichert, „weder veranlassend, noch mitwissend, noch tolerierend in irgendeiner Weise“ in die Datenaffäre verstrickt gewesen zu sein. Keinem der Spitzenmanager sei „ein aktives, persönliches Fehlverhalten“ vorzuwerfen, sagte Müller.

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