Dauerbaustelle BER

Hauptstadtflughafen soll noch vor Eröffnung ausgebaut werden

Nun ist er auch noch zu klein: Der Hauptstadtflughafen BER muss vor seiner Eröffnung noch für ein paar Millionen Euro ausgebaut werden. Der Eröffnungstermin 2017 steht schon wieder öffentlich in Frage.
Der Hauptstadtflughafen muss vor der Eröffnung noch einmal ausgebaut werden. Quelle: dpa
Neues vom BER

Der Hauptstadtflughafen muss vor der Eröffnung noch einmal ausgebaut werden.

(Foto: dpa)

BerlinDer neue Hauptstadtflughafen ist noch nicht eröffnet, soll aber von Beginn an mit Millionenaufwand erweitert werden. Dafür hat der Aufsichtsrat am Freitag die ersten Weichen gestellt, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Vorsitzender des Gremiums sagte. Damit reagieren die Verantwortlichen darauf, dass der Neubau vom geplanten Start 2017 an zu klein sein wird.

Das Kontrollgremium gab 48 Millionen Euro für ein provisorisches Terminal frei, das ab 2018 als Regierungsflughafen dienen soll. Für weitere 17 Millionen Euro wird das neben dem neuen Flughafen liegende alte Schönefelder Terminal erweitert und renoviert, damit es nach dem BER-Start noch fünf Jahre genutzt werden kann.

Verplant, verbaut, verzögert - Die Geschichte des BER
1. Akt: Planungsbeginn
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Unmittelbar nach der Wende beginnen 1990 die ersten Planungen für einen neuen Großflughafen in Berlin. Sechs Jahre später einigen sich die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund auf den Standort Schönefeld im Südosten Berlins.

2. Akt: Spatenstich
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Jahre der Planung, Bürgerbefragung und Bürgerproteste vergehen, ehe am 5. September 2006 der offizielle Spatenstich den Auftakt des Flughafenbaus besiegelt. Die Betreiber gehen zu diesem Zeitpunkt von zwei Milliarden Euro Gesamtkosten aus. Zum Sandschaufeln trafen sich der Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung Rainer Schwarz, der damalige Bahn-Chef und heutige Geschäftsführer des BER, Hartmut Mehdorn, der seinerzeit regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, sowie der ehemalige Ministerpräsident Brandenburgs, Matthias Platzeck (v. l.).

3. Akt: Eröffnung verschoben
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Vier Wochen vor der geplanten Eröffnung wird im Mai 2012 der Eröffnungstermin von BER verschoben. Ursache sind vor allem Probleme mit der Brandschutzanlage. Damals hoffte der Berliner Bürgermeister Wowereit noch, den Flughafen nach den Sommerferien einweihen zu können. Im Umfeld heißt es, die veranschlagten Kosten seien unterdessen auf drei Milliarden Euro gestiegen. Die geplante Fläche des Terminals hat sich bereits von 220.000 Quadratmetern auf 340.000 Quadratmeter gesteigert.

4. Akt: Nach den Sommerferien ist vor den Sommerferien
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Doch auch im September 2012 kann BER noch nicht öffnen. Auf Anraten des Technikchefs Horst Amann wird der Termin auf den 27. Oktober 2013 verschoben. Bund und Länder wollen 1,2 Milliarden Euro für Bau- und Betriebskosten sowie den Schallschutz nachschießen. Der Finanzrahmen liegt nun bei 4,3 Milliarden Euro.

5. Akt: Mehdorn kommt
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Am11. März 2013 wird der ehemalige Bahn- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn Geschäftsführer des BER. Er soll dem Bauvorhaben endlich Auftrieb verleihen. Im Januar wurde zuvor bekannt, dass auch der 27. Oktober als Einweihungstermin nicht zu halten ist.

6. Akt: Die Kosten steigen weiter
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Im April 2014 steht der Flughafenterminal noch immer nur halbfertig da. Mehdorn verkündet, weitere 1,1 Milliarden Euro für den Bau bei den Gesellschaftern anzufragen. Die Höhe der Gesamtkosten steigt damit auf 5,4 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge befindet sich die Flughafengesellschaft zu dieser Zeit in akuter Zahlungsnot. Der Deutsche Bundestag bewilligt im Mai 26,5 Millionen Euro an Sofortmitteln.

7. Akt: Mehdorn geht, BER soll 2017 kommen
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Ende 2014 macht BER-Chef Mehdorn Schlagzeilen: Er plant jetzt, den Großflughafen im zweiten Halbjahr 2017 zu eröffnen. Wenig später verkündet er, spätestens Ende Juni 2015 den Chefposten zu räumen. Grund: Er sei von Personen aus dem Umfeld des Aufsichtsrats angegriffen worden.

Allerdings ist der Terminplan für die Eröffnung des Airports wieder unter Druck geraten. „Es gehört zur Wahrheit dazu, dass es knapp wird mit den Zeiten“, sagte Müller. Noch seien die zeitlichen Puffer nicht aufgebraucht, es gebe aber nicht mehr viel Spielraum. Geplant sei, den Flughafen im Herbst 2017 zum Winterflugplan in Betrieb zu nehmen, sagte Müller.

  • dpa
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