Davigel
Nestle will Tiefkühlkost-Tochter verkaufen

Der Nahrungsmittelkonzern Nestle befindet sich nach zuletzt schwächelndem Wachstum im Umbau. Nun laufen Verhandlungen mit der Brakes Gruppe über den Verkauf der französischen Tiefkühlkost-Tochter Davigel.
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ZürichDer Lebensmittelkonzern Nestle treibt seinen Umbau voran und steht vor dem Verkauf seiner Tiefkühlkost-Tochter Davigel. Der Weltmarktführer verhandele exklusiv mit der in London ansässigen Brakes-Gruppe über die Veräußerung der Firma, teilte Nestle am Mittwoch mit und bestätigte damit Medienberichte vom Vortag. Brakes ist ein europäischer Dienstleister für Gastronomiebetriebe und gehört dem Finanzinvestor Bain Capital.

Nestle hatte bereits im November angekündigt, für Davigel einen Partner zu suchen. Konzernchef Paul Bulcke ist dabei, den Schweizer Konzern, der zuletzt nicht mehr so schnell wie gewohnt wuchs, umzubauen. Schwächelnde Sparten sollen saniert oder verkauft werden.

Mit dem Erwerb von Davigel könnte die Brakes-Gruppe, die Marken wie Freshfayre und M&L Seafood im Angebot hat, ihre Präsenz in Frankreich erhöhen und nach Belgien und Spanien vorstoßen. Brakes erhielte zudem das exklusive Recht, Nestles Markeneis für den Verzehr außer Haus, etwa in Restaurants, zu vertreiben. Davigel kam 1989 mit der Übernahme des italienischen Pastaproduzenten Buitoni zu Nestle.

Finanzielle Einzelheiten wollte Nestle nicht bekanntgeben. Die Transaktion sei noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Betriebsräten. Auch die Wettbewerbsbehörden müssten noch zustimmen. Nestle wird bei dem Geschäft von Credit Suisse beraten. Der Insider, der Reuters am Vortag von dem Deal berichtet hatte, geht von einem Verkaufspreis zwischen 200 und 300 Millionen Euro aus.

Für die Analysten der Bank Vontobel kommt der Verkauf nicht überraschend. Ein Verkauf entspräche dem Ziel des Konzernchefs, die Kennzahlen zu verbessern. Analyst Jean-Philipp Bärtschy schätzt den Umsatz auf rund 700 Millionen Euro und die Gewinnmarge (Ebitda) auf unter vier Prozent. „Wir begrüßen den Schritt, auch wenn der Preis im Vergleich zu den jüngsten Transaktionen im Tiefkühlsektor eher tief erscheint“, urteilte er. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) kommentierte: „Der Verkauf beweist, dass die Portfoliobereinigung und -verbesserung bei Nestle noch nicht abgeschlossen ist.“

An der Börse kam das Geschäft gut an. Die Nestle-Aktien gewannen mehr als ein Prozent und stiegen damit etwas stärker als der Branchenindex.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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