Dayli schließt 180 Filialen
Schlecker-Nachfolger setzt 628 Mitarbeiter vor die Tür

Der Investor Rudolf Haberleitner will hierzulande viele ehemalige Schlecker-Filialen aufmöbeln. Damit hat er Schlagzeilen gemacht. Doch seine Kette Dayli steckt in argen Turbulenzen – in Österreich kostet das 628 Jobs.
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DüsseldorfNoch am Dienstag wurden Insolvenzgerüchte heftig verneint, doch es läuft gerade denkbar schlecht für den Schlecker-Nachfolger Dayli. Denn nur einen Tag später macht die Restrukturierungs-Ankündigung die Runde: noch vor dem Start in Deutschland werden 180 von 885 Dayli-Filialen in Österreich wieder geschlossen - 560 Mitarbeiter werden arbeitslos, teilte der Investor Rudolf Haberleitner am Mittwoch über seine Vertriebsgesellschaft TAP mit. Neben der Filialschließung soll auch ein Verteilzentrum in der Obersteiermark mit derzeit 68 Mitarbeitern geschlossen werden.

Verantwortlich dafür macht er eine Art Verschwörung aus Politik, Justiz und Medien: Es habe „massive negative und unrichtige Berichterstattung“ gegen Dayli gegeben. Vor allem die Turbulenzen um die Sonntagsöffnung, so schreibt der „Kurier“, habe dem Unternehmen „ungeplante Verluste“ in zweistelliger Millionenhöhe beschert. Zudem spricht Haberleitner von Verzögerungen im Bereich der Finanzierung für den Rollout und der Warenversorgung.

Sollten die derzeit laufenden Verhandlungen mit Partnern sowie mit ausländischen Banken und Warenkreditversicherern allerdings positiv ausgehen, werde durch die vorgesehene Expansion die Wiedereinstellung der nunmehr angemeldeten Mitarbeiter wieder möglich sein. Laut „Wirtschaftsblatt“ würde die Umsetzung des Dayli-Konzeptes 2013 circa zusätzliche 1500 Arbeitsplätze schaffen. Der Investor hatte angekündigt, in Österreich und Deutschland rund 1300 ehemalige Schlecker-Filialen mit neuem Konzept wiederzubeleben. Bisher standen die Zeichen voll auf Expansion: Die Zahl der Shops wollte Haberleitner bis 2016 sogar auf 1350 erhöhen.

Doch schon vor wenigen Tagen hat Dayli die für Mai geplante Eröffnung seiner Testläden in Deutschland verschoben. Berichte über finanzielle Probleme wies Haberleitner vehement zurück. „Das ist Blödsinn. Wir haben keine Bankschulden.“ Auch sei der Investor Novomatic nicht ausgestiegen, sagte der Chef. „Ich habe nur meine Shares zurückgekauft, um neuen Investoren Platz zu machen.“ Darunter sei auch ein Interessent aus Deutschland, sagte er - ohne Namen zu nennen. Insgesamt sollten über 50 Millionen Euro in die Umrüstung investiert werden, was etwa 50.000 Euro pro Filiale entspricht.

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  • Naja, wenn die Schleckers da ja auch noch mitmischen, kann es doch nur wieder im Disaster enden. Man lernt wohl nie aus den eigenen Fehlern...

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