DBA schluckt Konkurrenten Gexx: Bei Billigfliegern setzt Konsolidierung ein

DBA schluckt Konkurrenten Gexx
Bei Billigfliegern setzt Konsolidierung ein

Die Fluggesellschaft dba übernimmt das Geschäft des Konkurrenten Germania Express (Gexx) und steigt damit zur drittgrößten Linienfluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa und Air Berlin auf.

HB MÜNCHEN. Die DBA wird die Strecken von Gexx übernehmen, die Marke wird vom Markt verschwinden, teilte DBA mit. Dadurch steigert die Fluggesellschaft ihr Passagieraufkommen von drei auf deutlich über vier Millionen Kunden im Jahr. Mit der Allianz ist die erwartete Konsolidierung auf dem Markt der Billigflieger einen großen Schritt vorangekommen.

Damit wächst die Flotte der DBA auf 27 Maschinen. Die Jets des Typs Fokker 100 von Gexx würden im so genannten Wet-Lease-Verfahren gemietet - also samt Piloten, Flugbegleitern und Technikern. Dadurch gingen auch bei der Gexx-Mutterfirma Germania Flugdienst keine Arbeitsplätze verloren. Durch die Übernahme der Gexx-Strecken will die DBA (ehemals Deutsche BA) im kommenden Geschäftsjahr 2005/06 (zum 31. März) mehr als vier Millionen Fluggäste befördern nach etwa drei Millionen in den vergangenen Jahren. Über finanzielle Details der Transaktion oder eine mögliche Kapitalverflechtung gab die DBA zunächst nichts bekannt. Mehrheitseigner der DBA ist der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der auch dem Aufsichtsrat vorsteht. Er hatte Mitte 2003 die verlustreiche Deutsche BA von British Airways zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen.

Die Flugstrecken von Gexx und DBA ergänzen sich in vielen Bereichen. Während DBA vor allem innerhalb Deutschlands fliegt, hat Gexx viele Verbindungen ins europäische Ausland im Programm. Den Angaben zufolge bietet die DBA nun künftig bis zu 180 Flüge pro Tag an nach bis zu 125 bislang. Wöhrl erklärte, es sei sein erklärtes Ziel, das erfolgreiche Angebot der DBA mit fairen Preisen auf zusätzliche interessante Strecken zu erweitern. „Die Übernahme der zahlreichen Gexx-Routen und Flugzeuge ist für uns die einmalige Chance, diese Strategie jetzt erfolgreich umzusetzen“, ergänzte er.

"Hervorragende Buchungszahlen"

Offen blieb zunächst, ob sich Germania-Chef Hinrich Bischoff an der DBA beteiligen wird. Ein DBA-Sprecher wies jedoch einen Zeitungsbericht zurück, wonach Germania die Mehrheit bei DBA übernehmen werde. „Es gibt keine Pläne, dass Germania 64 Prozent an DBA erwerben wird“, sagte er. Wöhrl hält 80 Prozent der DBA. Durch die Zusammenführung kommen zum DBA-Streckennetz nun internationale Verbindung wie etwa nach Athen, Thessaloniki, Florenz, Rom, Stockholm, Tiflis und Moskau hinzu. Das System der Festpreise der Gexx wird abgeschafft, auch auf den bisherigen Gexx-Flügen soll künftig das System der DBA mit verschiedenen Preisen in Abhängigkeit von der Buchungszeit gelten.

Wöhrl zeigte sich zudem mit der Geschäftsentwicklung der DBA zufrieden. Die aktuellen Buchungszahlen seien hervorragend. „Wir liegen deutlich über unserem Plan“ erklärte er. In dem im März endenden Geschäftsjahr solle die DBA nun erstmals einen wirklichen Gewinn erwirtschaften. Bislang war von einem ausgeglichenen bis leicht positiven Ergebnis die Rede gewesen.

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