DBA und LTU: Hans Rudolf Wöhrl: Vom Modehändler zum Herrn der Lüfte

DBA und LTU
Hans Rudolf Wöhrl: Vom Modehändler zum Herrn der Lüfte

Der angeschlagene Ferienflieger LTU hat einen neuen Besitzer: Hans Rudolf Wöhrl. Ihm gehört bereits der Billigflieger DBA. Die beiden Gesellschaften will er nun zum „ersten Low-Cost-Carrier mit einem weltweiten Netz“ verbinden. Das ist der bisherige Höhepunkt eines bewegten Unternehmerlebens, das als Modehaus-Erbe begann.

HB DÜSSELDORF. Wöhrl übernimmt 60 Prozent der Anteile an der LTU, vor allem aus dem Nachlass der insolventen Schweizer Fluggesellschaft Swiss Air. 40 Prozent verleiben beim Handelskonzern Rewe, der sich seit Jahren einen strategischen Investor wünscht, der die seit 2001 Verluste schreibende LTU aus dem Tal der Tränen hinausfliegt. Mit Wöhrl, so lässt die Rewe wissen, habe man den richtigen Mann gefunden.

Über reichlich Erfahrung auch mit schwierigen Fällen verfügt Hans Rudolf Wöhrl zweifelsohne. Er stammt aus der Modedynastie Wöhrl, für die sein Vater Rudolf den Grundstein gelegt hatte. Hans Rudolf übernimmt zusammen mit seinem Bruder Gerhard 1970 das Geschäft. Doch die Mode reizt den gelernten Einzelhandelskaufmann schon alsbald nicht mehr, so dass er 4 Jahre später den Nürnberger Flugdienst gründet, die spätere Eurowings. 1992 stößt er das Unternehmen ab. Sein Bruder führt während der ganzen Zeit die Geschäfte bei der Modehauskette, die mittlerweile auf 40 Filialen mit einem Umsatz von mehr als 300 Mill. Euro angewachsen ist.

Befreit von der Verantwortung im angestammten Betrieb übernimmt Wörl 2003 die marode Fluggesellschaft DBA von British Airways. Hans Rudolf Wöhrl gelingt es trotz vieler Unkenrufe in weniger als zwei Jahren, die Gesellschaft zu sanieren und in die Gewinnzone zu führen. Aktuell hat das Unternehmen 40 Maschinen und 700 Mitarbeiter ist damit Nummer drei auf dem deutschen Linienflugmarkt nach der Lufthansa und Air Berlin.

Auch den Hänger bei der DBA im vergangenen Jahr meisterte Wöhrl. Der inzwischen verstorbene Chef der Fluggesellschaft Germania, Hinrich Bischoff, hatte sein Geld überraschend aus der Firma abgezogen, nachdem es noch kurz zuvor nach einer Traumehe der beiden Unternehmen ausgesehen hatte. Die DBA hatte sogar die meisten Strecken der Germania-Billigtochter Gexx übernommen. Wöhrl musste nun ein Loch von 17,8 Millionen Euro stopfen. Letztlich fand er im ehemaligen Besitzer der Helios Kliniken, Lutz Helmig, erst vorige Woche einen geeigneten Partner. Helmig übernahm 25,1 Prozent an der DBA, Wöhrl stockte seinen Anteil auf 59,9 Prozent auf und die restlichen 15 Prozent verblieben beim Management.

Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben. Doch sagte Wöhrl, der 2003 für die DBA nur 1 Euro gezahlt hatte, diesmal sei der Kaufpreis deutlich höher gewesen. „Es ist richtiges Geld, das geflossen ist.“

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