Deal der Containerriesen

CMA CGM NOL

Angriff auf dem Containermarkt: Die französische Großreederei CMA CGM will den Konkurrenten Neptune Orient Lines (NOL) für mehr als zwei Milliarden Euro kaufen – und noch größer werden.
Update: 07.12.2015 - 12:47 Uhr
CMA CGM will den Konkurrenten Neptune Orient Lines übernehmen. Quelle: AFP
Containerschiff Jules Verne

CMA CGM will den Konkurrenten Neptune Orient Lines übernehmen.

(Foto: AFP)

Marseille/SingapurÜbernahme bei Containerriesen: Die französische CMA CGM will den Konkurrenten Neptune Orient Lines Ltd (NOL) in Singapur für knapp 3,4 Milliarden Singapur-Dollar (2,2 Milliarden Euro) schlucken. Das teilten die Konzerne am Montag gemeinsam mit. Die Franzosen, die derzeit nach Kapazitäten die Nummer drei auf dem Containermarkt sind, bieten für den Spezialisten in Asien und den USA je Aktie 1,30 Singapur-Dollar. Dies entspreche einem Aufschlag von 6,1 Prozent zum Schlusskurs am Freitag, hieß es.

Die Aktionäre hätten dem Deal bereits zugestimmt. Ein Abschluss der Transaktion werde bei Zustimmung der Behörden Mitte 2016 erwartet. Dem Vorhaben müssen die Wettbewerbsbehörden in den USA, Europa und China noch zustimmen.

Durch die Übernahme entsteht ein Gigant mit einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden US-Dollar. Damit wird der Vorsprung des dänischen Containerunternehmens A.P. Møller-Maersk etwas geringer.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Mit der NOL-Übernahme würde das im Familienbesitz befindliche Unternehmen CMA CGM Marktführer auf den Pazifik-Routen. NOL befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Das Unternehmen wies vier Jahre hintereinander Verluste aus. Erst Anfang des Jahres verkaufte NOL das Logistikgeschäft für 1,2 Milliarden Dollar an die japanische Kintetsu World Express. Die NOL-Aktie wurde am Montag vom Handel in Singapur ausgesetzt.

Die Branche steht angesichts geringer Frachtraten stark unter Druck. Der Trend zur Größe in der Frachtschifffahrt hält an. Die größten Containerschiffe haben bereits eine Länge von 400 Metern und können über 19.000 Standardcontainer (TEU) transportieren. Schifffahrtsexperten rechnen damit, dass die 20.000-TEU-Grenze demnächst überschritten wird.

  • dpa
  • rtr
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