Debatte um Mindestlohn
Die Post stichelt gegen Springer

Der Aufschrei war groß. Als Konsequenz aus der Einigung beim Mindestlohn will Post-Konkurrent und Spinger-Tocher Pin tausend Mitarbeiter entlassen. Alles nur vorgeschoben, stichelt die Post. Von einem "Täuschungsmanöver“ ist gar die Rede. Dabei steht Post-Chef Zumwinkel gerade selbst heftig in der Kritik.

HB DÜSSELDORF. Die Entlassungen von tausend Beschäftigten der Pin Group als Folge der Koalitionseinigung zum Mindestlohn hat den Streit über die Lohnuntergrenze neu angefacht. "Da sind Fehler gemacht worden“, sagte Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Der Mindestlohn koste jetzt die ersten Arbeitsplätze.

Der CDU -Politiker sprach sich ausdrücklich gegen flächendeckende Mindestlöhne aus. Der Chef des Wirtschaftsflügels der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), kritisierte, der Mindestlohn für Briefträger sei eine Verlängerung des Monopols der Post. Es dürfe nicht passieren, dass durch die Monopolstellung Arbeitsplätze verloren gingen.

Als Reaktion auf die Einführung des Mindestlohns von bis zu 9,80 Euro für Briefzusteller hatte die private Briefzustellergruppe Pin-Group die Entlassung von zunächst 1000 Mitarbeitern angekündigt. Die Unternehmen TNT und Hermes Logistik Gruppe hatten schon zuvor Wachstumspläne gestoppt und angekündigt, nicht in den privaten Briefkundenmarkt einzusteigen.

Die Post sieht in den Entlassungsmeldungen ein Täuschungsmanöver. Das Springer-Management habe den Post-Markt offensichtlich falsch eingeschätzt und müsse wohl deshalb Mitarbeiter entlassen, sagte ein Post-Sprecher am Mittwoch in Bonn. Es sei ein Unding, die Entlassungen anzukündigen, bevor der Mindestlohn überhaupt eingeführt sei.

Springer wolle offensichtlich der Politik den Schwarzen Peter für die unrealistischen Geschäftspläne des Managements zuspielen. "Am Ende des Tages handelt es sich um Management-Probleme von Springer, die auf einer anderen Ebene untergepflügt werden sollen.“

Seite 1:

Die Post stichelt gegen Springer

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%