Deeskalations-Gespräche

Lufthansa hofft auf baldige Streik-Absage

Zwischen Lufthansa-Vorstand und der Ufo-Gewerkschaft laufen derzeit Gespräche: Diese könnten dazu führen, dass die Flugbegleiter ihre Streikdrohung doch nicht in die Tat umsetzen. Eine Entscheidung steht noch aus.
Mitglied der Flugbegleitergewerkschaft Ufo: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Quelle: dpa
Flugbegleiter bei der Lufthansa

Mitglied der Flugbegleitergewerkschaft Ufo: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

(Foto: dpa)

FrankfurtBei der Lufthansa keimt die Hoffnung, dass der für diese Woche angedrohte Advent-Streik der Flugbegleiter doch noch abgesagt wird. Die Gewerkschaft Ufo hat am Dienstag erst einmal darauf verzichtet, den genauen Umfang des für Donnerstag und Freitag angekündigten Arbeitskampfes festzulegen. Grund seien Gespräche mit dem Lufthansa-Vorstand, um die Lage zu deeskalieren, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn das zum Erfolg führt, könnten wir die Streiks absagen.“

Über den Inhalt der Gespräche wollte der Gewerkschafter nichts sagen. Sie seien auch noch nicht abgeschlossen. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Baublies. Näheres könne voraussichtlich am Mittwoch mitgeteilt werden. Die Lufthansa wollte sich zum Stand der Gespräche nicht äußern.

Am Montag hatte Ufo knapp zwei Wochen nach dem bislang härtesten Arbeitskampf in der Geschichte des Unternehmens die Flugbegleiter zur erneuten Arbeitsniederlegung aufgerufen. Die Gewerkschaft kündigte Ausstände zunächst für diesen Donnerstag und Freitag (26./27. November) an, die gegebenenfalls auch auf Montag, den 30. November, verlängert werden könnten. Nur das Wochenende des 1. Advent sollte sicher streikfrei bleiben.

Essen und Getränke – nach drei Stunden Wartezeit
Wer hat überhaupt Anspruch auf Entschädigungen?
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Grundsätzlich gibt es nur dann Geld, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätungen, Umbuchungen oder Flugannullierungen selbst verantwortlich ist. Beispiele sind etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten, rechtzeitig Crews vor Ort zu schaffen.

Welche Ausnahmen gibt es?
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Doch nicht für alles können die Airlines in die Pflicht genommen werden. Kein Anspruch auf Entschädigung besteht etwa bei Streiks oder Verzögerungen durch Wetter oder Beeinträchtigungen etwa durch Vulkanasche.

Was ist im Winter?
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Vorhersehbare Folgen der Witterung, auf die Airline reagieren kann, setzen die Fluggastrechte nicht außer Kraft. Kommt es zum Beispiel bei der Enteisung der Maschinen zu Verzögerungen, müssen die Fluggesellschaften zahlen.

Wie viel Geld gibt es?
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Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Strecke, die geflogen wird. Das meiste Geld gibt es bei Langstrecken ab 3500 Kilometern. Dann kann der Fluggast 600 Euro fordern. Bei Strecken zwischen 1500 und 3500 Kilometern werden 400 Euro fällig, darunter 200 Euro.

Welche Rolle spielt die Dauer der Verspätung?
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In allen Fällen gilt: Geld gibt es erst dann, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt.

Was ist, wenn die Fluggesellschaft nicht verantwortlich ist?
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Auch bei Verspätungen etwa wegen des Wetters oder wegen eines Streiks haben bestimmte Fluggäste Rechte. So müssen sie ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Zudem haben sie das Recht auf ein kostenloses Telefonat. Bei sehr langen Wartezeiten muss sogar eine Hotelübernachtung gestellt werden.

Wann gibt es in diesen Fällen Hilfe?
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Die genannte Unterstützung richtet sich nach der Flugstrecke und der Dauer der Verspätung. Die Regel greift bei Kurzstrecken unter 1500 Kilometern erst ab einer Wartezeit von zwei Stunden, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei noch längeren Flügen nach vier Stunden.

Ufo hatte den abermaligen Streikaufruf damit begründet, dass bei ihr kein verbessertes Angebot zur Alters- und Übergangsversorgung für die rund 19 000 Lufthansa-Flugbegleiter eingegangen sei.

Ein anderer Weg zur Befriedung der Situation wäre ein nochmaliger Anlauf zu einem Spitzengespräch der Lufthansa mit allen drei Gewerkschaften im Unternehmen. Ein erster Versuch des Lufthansa-Managements war an Differenzen über dort anstehende Themen gescheitert. Sowohl Ufo als auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten ihre Teilnahme wegen angeblicher Vorfestlegungen verweigert. Verdi wollte hingegen teilnehmen.

Ufo hatte erst am 13. November einen einwöchigen Streik beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Betroffen waren etwa 550 000 Passagiere. Zuvor hatten die Piloten der Lufthansa in bislang 13 Runden seit April 2014 gestreikt. Es geht bei beiden Berufsgruppen offiziell um die Früh- und Betriebsrenten, die Lufthansa kürzen und in der Systematik umstellen will. Im Hintergrund geht es aber auch um die Auswirkungen des Konzernumbaus, mit dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden.

  • dpa
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