Dekret könnte noch diese Woche verabschiedet werden
Regierung hält Alitalia knapp

Die italienische Regierung hat ein 100 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket für die angeschlagene italienische Fluglinie Alitalia angekündigt. „Die Regierung drückt auf die Bremse - Nur noch 100 Millionen Euro im Programm“, titelte „La Repubblica“.

HB ROM. Am Montag wollten Regierung, Gewerkschaften und Unternehmensführung an den Verhandlungstisch zurückkehren, um einen letzten Versuch zur Rettung der vom Konkurs bedrohten Airline zu starten. Arbeitsminister Roberto Maroni erklärte, die Gesellschaft habe bei den tagelangen Streiks bereits 40 Millionen Euro verloren. „Wenn es weitere zwei Tage wilde Streiks geben sollte, könnte jeder Hilfsversuch seitens der Regierung sinnlos werden“, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ den Minister.

Sollten die Verhandlungen Erfolg haben, könnte das Dekret zur Unterstützung der Airline bereits am Freitag im Ministerrat verabschiedet werden, hieß es weiter. Ursprünglich hatte die Regierung Berlusconi ein Maßnahmenpaket für den gesamten italienischen Luftverkehr in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro angekündigt, das jedoch bisher immer wieder verschoben wurde. Dann hatte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti jedoch erklärt, die Fluggesellschaft müsse auch ohne staatliche Hilfen Wege aus der Krise zu finden. „In der derzeitigen Situation würden 200 Millionen Euro Hilfe innerhalb von 100 Tagen in Rauch aufgehen“, hatte die Zeitung „Il Sole 24 Ore“ am Freitag den Minister zitiert.

Das Dekret soll unter anderem auf eine Reduzierung der Steuerlast auf Treibstoff sowie eine Senkung der Steuern auf Flugtickets und die Reduzierung der Abgaben, die die Airlines der Luftfahrtbehörde Enav zahlen, abzielen. Schätzungen zufolge verliert die Alitalia, die noch zu 62 Prozent in Staatsbesitz ist, täglich 1,2 Millionen Euro.

Alitalia-Präsident Giuseppe Bonomi hatte zuletzt angekündigt, am Montag einen neuen Sanierungsplan mit „starken industriellen Maßnahmen“ vorlegen zu wollen. Die Arbeitnehmerorganisationen fürchten, dass der Plan neben einer Stärkung der Flotte und Partnerschaften mit anderen italienischen Fluggesellschaften auch die Streichung von bis zu 3000 Stellen vorsieht.

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