Dem Finanzinvestor soll der Preis für den Immobilienkonzern zu hoch gewesen sein
Terra Firma will von Rabattforderung an Eon nichts wissen

Terra Firma ist der Preis für den im Mai von Eon erworbenen Immobilienkonzern Viterra wohl doch zu hoch. Nachträglich will der britische Finanzinvestor deshalb jetzt einen Rabatt aushandeln, heißt es von mehreren Seiten. Terra Firma selbst dementiert aber

HB DÜSSELDORF. Terra Firma wolle Nachverhandlungen über den Preis, sagte eine informierte Person am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters. Die Briten hätten Viterra auf jeden Fall haben wollen und seien daher zu dem hohen Kaufpreis bereit gewesen. Schon kurz nach Vertragsabschluss seien sie an Eon mit der Forderung nach einem Preisnachlass herangetreten.

Terra Firma hatte Viterra Mitte Mai für rund vier Milliarden Euro gekauft und außerdem rund drei Milliarden Euro an Schulden übernommen. Das Transaktionsvolumen lag deutlich über den Markterwartungen. Ein Eon-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Terra Firma hat bestritten, mit dem Eon nachträglich um den Preis zu feilschen. „Wir haben E.ON nicht um einen Preisnachlass für Viterra gebeten“, sagte Terra-Firma-Sprecher Andrew Dowler am Donnerstag in London. Terra Firma sei glücklich über den Kauf und habe nichts zu beanstanden.

Der britische Beteiligungsfonds stehe unter dem Druck seiner Investoren und wolle deshalb den Energiekonzern bewegen, 200 Millionen Euro in einen Härtefonds für den geplanten Stellenabbau bei Viterra zu zahlen, hatte die „Financial Times Deutschland“ am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher benannte Finanzkreise gemeldet. Eon habe in der Vergangenheit stets hart verhandelt und sich anschließenden Nachverhandlungswünschen stets erfolgreich widersetzt, sagte eine weitere mit der Sachlage vertraute Person zu Reuters.

Terra Firma hatte Viterra für ihre Immobilientochter Deutsche Annington gekauft. Durch die Übernahme soll das mit 230 000 Wohnungen größte Wohnimmobilienunternehmen Deutschlands entstehen. Viterra bewirtschaftet allein 150 000 Wohnungen. In den nächsten Jahre, so Terra Firma, soll der Wohnungsbestand auf rund eine Million Wohnungen vervierfacht werden.

Der Verkauf beschert Eon einen Erlös von rund 2,4 Milliarden Euro, durch den der Jahresüberschuss des größten deutschen Versorgers 2005 deutlich über dem des Vorjahres liegen wird. In einem ähnlichen Bieterverfahren wie bei Viterra hatte Eon in der vorigen Woche seine Messtechniktochter Ruhrgas Industries für 1,5 Milliarden Euro ebenfalls an einen britischen Finanzinvestor verkauft. Als Buchgewinn streichen die Düsseldorfer hieraus rund 600 Millionen Euro ein.

Der Viterra-Verkauf muss noch vom Eon-Aufsichtsrat und vom Kartellamt genehmigt werden. Bis Juli soll er unter Dach und Fach sein.

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