Dementi von Bahn und Hansestadt
Bahn und Hamburg zurren Pakt fest

Trotz des Vetos der Kabinetts haben Bahn und Hamburg nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ eine Absichtserklärung zum Umzug der Konzernzentrale in die Hansestadt unterschrieben, in dem der Fahrplan und das weitere Prozedere festgelegt wurde. Die Bahn soll in Hamburg nicht Büroraum mieten, sondern selber bauen - für mehrere hundert Millionen Euro. Im Gegenzug will Hamburg seinen Hafenbetreiber ganz hergeben.

HB HAMBURG/BERLIN. Die Deutsche Bahn dementierte am Mittwochnachmittag, eine Absichtserklärung über Details des geplanten Umzuges des Unternehmens unterzeichnet zu haben. Es gebe keinen unterschriebenen “Letter of Intent“, sagte ein Sprecher. Es gebe Pläne und Entwürfe zur detaillierten Umsetzung des Umzugsplanes. Details nannte er aber nicht. Zuvor hatte bereits ein Sprecher des Hamburger Senats die Existenz eines solchen Vertrages verneint.

Der Wirtschaftswoche zufolge soll in einem ersten Schritt der Transportkonzern nach Auslaufen des Mietvertrages für das "Bahn-Tower" genannte Bürohochhaus am Potsdamer Platz in Berlin mindestens 400 Millionen Euro in einen Neubau der Konzernzentrale in Hamburg investieren - entweder am Hauptbahnhof oder direkt am Hafen. Daraufhin, so die Vereinbarung, werde Hamburg die Bahn im Zuge der geplanten Privatisierung des Hafenbetreibers HHLA zum bevorzugten Bieter erklären und ihr ermöglichen, an dem Unternehmen in mehreren Stufen die Mehrheit zu erwerben. Der Wert der HHLA werde auf 650 Millionen Euro taxiert. Noch vor wenigen Tagen hatte Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall erklärt: "Der unternehmerische Einfluss auf die HHLA durch Hamburg bleibt bestehen".

In einem weiteren Schritt soll die Deutsche Bahn die Hamburger Hochbahn übernehmen, das Nahverkehrsunternehmen der Hansestadt. Zwar wurde keine feste Summe vereinbart, allerdings gehen beiden Seiten laut "Wirtschaftswoche" davon aus, dass die Bahn das defizitäre Unternehmen für einen sehr niedrigen Betrag erhält. Im Gegenzug solle die Bahn einen erheblichen Nachlass beim Erwerb der HHLA erhalten.

Unterdessen hat das Dortmunder Logistik-Unternehmen Rhenus Interesse an einer Beteiligung sowohl an der HHLA als auch an der Hamburger Hochbahn angemeldet. Damit erweitert sich abermals der Kreis der Interessenten, die in Konkurrenz zur Bahn Anteile an den Unternehmen erwerben wollen. Zuvor hatten bereits die Verkehrsunternehmen Connex und Abellio ihr Interesse an der Hochbahn erklärt.

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