Der Container wird 50
Eine Blechbox verändert die Welt

Nur ausgewachsene Giraffen passen da wohl nicht rein. Ansonsten geht so gut wie alles in diese standardisierte Kiste. Kein Wunder, dass der Container der Superstar der Logistik ist. In diesem Jahr feiert er seinen 50. Geburtstag. Es darf hoch gestapelt werden: Der Container gilt weltweit als der wichtigste Transportbehälter und das wird auch wohl noch eine ganze Weile so bleiben.

DÜSSELDORF. Die Blechbox hat das Transportgeschäft wegen seines universellen Einsatzes auf Schiffen, LKWs und Bahnwaggons revolutioniert. Häfen und Hafenstädte haben ihr Gesicht verändert. Aus Fuhrunternehmern wurden Logistiker.

Die Erfolgsgeschichte der Kiste begann vor fünfzig Jahren, als der US-amerikanische Transportunternehmer Malcom McLean erstmals standardisierte Behälter verschiffte. Es dauerte nicht lange, bis Mitte der 60er-Jahre daraus der 20-Fuß-Standardcontainer entstand und der Siegeszug der Kiste begann. Damals erreichte das erste Containerschiff Deutschland und machte in Bremen fest, hierzulande der erste Containerhafen. Auch der Schiffbau veränderte sich. „Twenty Foot Equivalent Unit“, abgekürzt TEU, steht künftig für die Ladefähigkeit von Containerschiffen. Das größte ist die „Cosco Guangzhou“, die 9 500 TEU trägt. In den Werften wird bereits an 13 000 TEU-Schiffen gebaut.

Große Ideen funktionieren oft verblüffend einfach. Benötigte ein konventionelles Frachtschiff bis dahin für den Umschlag von 10 000 Tonnen Stückgut auf Paletten, in Holzkisten oder Säcken acht bis zehn Tage, konnte jetzt die gleiche Menge mit einem Containerschiff und einfachen Umschlaganlagen in zwei Tagen erledigt werden. Der Personalbedarf für das Laden und Löschen der Schiffe verringerte sich. Arbeiteten einst Dutzende Schauerleute und Windenführer an jedem Schiff, blickt der Führer der Containerbrücke heute auf menschenleere Kaianlagen. Neue Arbeitsplätze entstanden in Speditionen und Transportunternehmen. Transportzeiten sowie Kosten verringerten sich durch kürzere Schiffsliegezeiten.

Stückgut kann nun so billig wie Massengut transportiert werden. Eine Flasche Wein von Australien nach Rotterdam zu transportieren, kostet im Container 25 Cent. Da ist bereits die Anfahrt zur Weinhandlung teurer. Kein Wunder, dass der Container die Welt veränderte. Jeder kann damit seine Ware zu vergleichsweise niedrigen Transportkosten überall auf dem Globus anbieten.

Die Berater von Mercer Management rechnen im Containerverkehr in Zukunft mit jährlichen Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent. Trotz sinkender Frachtraten durch zeitweilige Überkapazitäten und regelmäßiger Gewinndellen sorgt die Globalisierung für eine Fortsetzung des langfristigen Wachstumstrends. Volkswirte nennen das Phänomen Schweinezyklus.

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