Der neue Chef des Reiseveranstalters dürfte den Online-Vertrieb ausbauen
Thomas Holtrop sucht für Thomas Cook neue Märkte

Nach der Berufung von Thomas Holtrop zum neuen Vorstandschef des Reisekonzerns Thomas Cook mühen sich die Anteilseigner Lufthansa und Karstadt-Quelle, Spekulationen um einen baldigen Verkauf der ungeliebten Tochter zu zerstreuen.

ebe FRANKFURT/M. „Nach der erfolgreichen Sanierung geht es jetzt darum, Thomas Cook Wachstumschancen zu erschließen“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Aufsichtsratschef Jürgen Weber habe die Bestellung eines externen Kandidaten, der Thomas Cook neue Impulse bringen könne, deshalb „aktiv vorangetrieben“, hieß es. Bei der Personalentscheidung gehe es auch „um ein wichtiges Zeichen der Kontinuität für Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Finanzmärkte“, betonte Weber. In Branchenkreisen wird der frühere T-Online-Chef Holtrop allerdings stärker dem Karstadt-Quelle-Lager zugerechnet, da er beste Beziehungen zum Bertelsmann-Konzern unterhält, dessen früherer Chef Thomas Middelhoff heute Karstadt-Quelle-Chef ist. An Europas zweitgrößtem Reisekonzern Thomas Cook, der 2003 dicht vor der Pleite stand, sind Lufthansa und Karstadt-Quelle zu je 50 Prozent beteiligt.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber und auch Middelhoff hatten kürzlich auf den Hauptversammlungen ihrer Konzerne betont, Thomas Cook stünde derzeit nicht auf der Verkaufsliste. Doch unter der Hand gilt bei beiden Konzernmüttern die Devise: Das krisenanfällige Geschäftsfeld wird abgestoßen, sobald Investoren mehr als nur Ausverkaufspreise bieten. „Derzeit sind vor allem Schnäppchenjäger unterwegs“, heißt es in Bankenkreisen, weshalb mit einem schnellen Verkauf nicht gerechnet wird: „Kurzfristig wird vielleicht die eine oder andere Randaktivität verkauft, aber nicht das Kerngeschäft“, sagte Analyst Nils Machemehl von M.M. Warburg. So prüft der US-Finanzinvestor Advent International den Kauf der Ferienclub-Kette Aldiana, die seit Jahren Verluste einfährt.

Auch andere Bereiche wie das Veranstaltergeschäft des Reisekonzerns in Frankreich oder Indien werden laut Branchenexperten zum Verkauf angeboten. Ein Komplettverkauf des Konzerns, der Reiseveranstalter wie Neckermann und Thomas Cook, aber auch Fluglinien und Hotelgesellschaften unterhält, gilt bei Finanzinvestoren als wenig lukrativ. Sie stören sich primär an der Ferienfluggesellschaft Condor, die im Einflussbereich der Lufthansa operiert und trotz sichtbarer Sanierungserfolge kaum auf die Kostenstruktur einer Billigfluglinie heruntergespart werden kann.

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