Der Riesen-Airbus erfordert teure Umbauten
Flughäfen bereiten Ankunft der A380 vor

Für das neue Großraumflugzeug Airbus A380 müssen internationale Flughäfen nach Expertenansicht in den nächsten Jahren zusammen mindestens sechs Mrd. US-Dollar (4,6 Mrd. Euro) investieren. Bis 2010 dürften bis zu 60 Flughäfen weltweit in der Lage sein, den neuen Airbus starten und landen zu lassen.

Jeder dieser Airports habe im Durchschnitt mit 100 Mill. US-Dollar für die notwendigen Umbauten zu rechnen, einige sogar mit mehr, sagte John Kasarda, Flughafenexperte der US-Universität North Carolina, der Nachrichtenagentur Reuters.

„Bis Ende 2006 werden wohl zunächst 14 Flughäfen für den A380 bereit sein. Bis Ende 2007 rechne ich mit weiteren sieben oder acht“, sagte Kasarda. Danach werde der Druck auf andere Großflughäfen wachsen, sagte der Wissenschaftler. Er sei sehr optimistisch, dass Airbus mit dem größten Passagierflugzeug der Welt erfolgreich sein werde. Nach dem geglückten Jungfernflug im französischen Toulouse werde die Zahl der Vorbestellungen steigen. „Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Luftfahrt. Wenn die Zahl der möglichen Starts und Landungen Flughafen begrenzt ist, wird es wichtiger, größere Flugzeuge zu haben“, sagte Kasarda.

Zu den 14 Flughäfen, die bereits 2006 die A380 bewältigen können, zählt Kasarda in Europa London-Heathrow, Paris, Frankfurt und München. In den USA seien dies New York-JFK, Miami, San Francisco und Los Angeles. In Asien dürften Dubai, Doha, Tokio-Narita, Singapur und der neue Flughafen in Bangkok bereit stehen, in Australien Sydney.

Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport rechnet in Frankfurt mit Umbaukosten von rund 150 Mill. Euro. Der erste Flugsteig für die A380 stehe schon Mitte des Jahres zur Verfügung, zur Jahreswende 2005/06 werde die A380 zu einem ersten Testflug erwartet, sagte ein Fraport-Sprecher. Bis 2007, wenn Lufthansa in Frankfurt und München mit dem A380 abheben will, seien beide Terminals umgerüstet.

„Der A380 wird das Fliegen erheblich verändern und bedeutet für die Flughäfen erhebliche Herausforderungen“, sagte Kasarda. Allein das Ein- und Aussteigen von mindestens 550 Passagieren dürfte etwa eine Stunde dauern. „Was das Boarding betrifft, wird noch kräftig experimentiert“, sagte Kasarda. Flugsteige müssten so weit entfernt voneinander sein, dass zwei A380 nebeneinander andocken könnten.

Die im Vergleich zur Boeing 747 um 15 Meter größere Spannbreite des A380 führe dazu, dass auf einigen Flughäfen bei einer A380-Ankunft für andere Jets kein Platz auf der Rollbahn sein werde. Wegen des um mehr als 100 Tonnen höheren Gewichts müssten zudem Brücken und Rollwege verstärkt werden.

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