Der Streit um die vierte Landebahn geht in seine entscheidende Phase
Flughafenausbau in Frankfurt erzürnt die Kläger

Mit einer Flut von Anträgen gegen den Ausbau des Flughafens Frankfurt hat die Anhörung zum Bau einer vierten Landebahn begonnen. Das 3,4 Mrd. Euro teure Projekt im Nordwesten des Flughafens ist das derzeit größte und umstrittenste private Bauprojekt in Deutschland: Dem Regierungspräsidium Darmstadt liegen 127 000 Einwendungen vor.

HB/ebe FRANKFURT. Während die Anwälte mehrerer Städte und Gemeinden argumentierten, das Verfahren stecke voller Fehler und beruhe auf falschen Prognosen, begann Flughafenbetreiber Fraport die öffentliche Erörterung mit intensiver Lobbyarbeit: Der Flughafen sei ein „Jobmotor besonderer Güte“ und mit 68 000 Beschäftigten die größte Arbeitsstätte Deutschlands – noch vor dem VW-Werk in Wolfsburg mit 50 000 und Daimler-Chrysler in Sindelfingen mit 3 100 Mitarbeitern, sagt Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender.

Aus Sicht des börsennotierten Unternehmens steht mit der vierten Bahn die Zukunft Frankfurts als internationale Verkehrsdrehscheibe im Wettbewerb mit Flughäfen in London und Paris auf dem Spiel. Mit dem neuen Betonband würden in der Region 100



000 zusätzliche Jobs geschaffen, verspricht Fraport. Ausbaugegner zweifeln an dieser Prognose. Viele Anwohner fürchten vor allem den zusätzlichen Lärm. Als Entgegenkommen an die Flughafengegner haben Fraport und der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) den Ausbau an ein Nachtflugverbot geknüpft.

Nach einer sechsmonatigen Anhörung will Hessens Wirtschaftsministerium über den Ausbau entscheiden. Die Landebahn soll 2009 in Betrieb gehen, ein drittes Terminal bis 2015 gebaut werden.

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