Der US-Einzelhandelsgigant testet die neue Technologie ab sofort in sieben Supermärkten in Texas
Wal-Mart geht mit Funkchips ins Tagesgeschäft

Der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart startet den Einsatz von intelligenten Funketiketten im Tagesgeschäft. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat die Handelskette am Wochenende damit begonnen, im Raum Dallas/Texas in sieben Supermärkten RFID-Technik (Radio Frequency Identification) einzusetzen.

ruk/cs MÜNCHEN. Mit ihrer Hilfe können Produktinformationen, die auf winzigen Warenetiketten gespeichert sind, über Funk an das zentrale Warenwirtschaftssystem übermittelt werden.

Wal-Mart will die RFID-Chips nutzen, um Paletten und Kartons über die Lieferkette zu verfolgen. Die Kennzeichnung von Einzelartikeln wie Milchtüten oder Lippenstifte in den Verkaufsräumen sei auf absehbare Zeit aber nicht geplant, ist von Insidern zu hören. Die Unternehmensberatung A. T. Kearney hat berechnet, dass der Handel bei einem flächendeckenden Einsatz der RFID-Technik jährlich weltweit seine Kosten um 6 Mrd. Euro senken kann.

In Dallas testet Wal-Mart gemeinsam mit Gillette, Kimberly-Clark, Procter & Gamble, Kraft Foods und vier weiteren Konsumgüterherstellern, welche Hindernisse noch zu beseitigen sind, um eine durchgehende Kennzeichnung mit Funketiketten von der Produktherstellung bis zur Anlieferung an der Supermarkt-Rampe zu garantieren. Auf einem RFID-Symposium des Etikettenherstellers Checkpoint-Meto nannten Fachleute kürzlich drei wesentliche Ziele beim Einsatz von RFID: das deutliche Senken der Personalkosten in der Logistik, die Kontrolle von Fehlern sowie das Vermeiden von Fehlbeständen im Lager.

Die RFID-Technik könnte demnächst sogar die maschinenlesbaren Strichcodes auf Warenlieferungen und Artikeln ersetzen, denn die fingernagelgroßen Etiketten besitzen gleich mehrere Vorteile. Jeder dieser Tags kann einzeln beschrieben, gelöscht oder mit neuen Informationsdaten versehen werden. Dazu benötigen sie keinen Strom. Ihre Daten geben sie erst dann preis, wenn sie von einer speziellen Antenne angefunkt werden.

Auf Handelsseite hat derzeit international die deutsche Metro beim Thema RFID die Nase vorn. Der Konzern testet nicht nur in einem Markt am Niederrhein die neue Technik, derzeit wird auch für weitere Vertriebsschienen die Lieferkette mit den unscheinbaren Tags ausgestattet.

Auch die britische Supermarktkette Tesco, der US-Handelskonzern Target und die amerikanischen Lebensmittelsupermärkte von Albertson, an denen die Aldi-Brüder beteiligt sind, prüfen derzeit den Einsatz von RFID. Allerdings sind die kleinen Funketiketten bei Verbraucher- und Datenschützern äußerst umstritten.

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