DERG-Verkauf an Ströer
Bahn gibt Reklame-Tochter ab

Die Deutsche Bahn verkauft ihre Werbetochter Deutsche Eisenbahn Reklame GmbH (DERG) offenbar an den in Köln sitzenden deutschen Marktführer Ströer.

HB BERLIN/PARIS. Ströer werde den Zuschlag erhalten, bestätigte der Vorstandschef des französischen Werbekonzerns JCDecaux, Jean-Francois Decaux am Freitag. Decaux hatte sich bis zuletzt noch ein Bietergefecht mit dem deutschen Marktführer um die Bahn-Tochter geliefert. Reuters hatte zuvor aus Kreisen der Bahn erfahren, dass Ströer die Firma für um die 100 Mill. kaufen werde. Decaux sagte Reuters: „Es wird demnächst offiziell. Wir erhalten die Firma nicht, unser Konkurrent Ströer bekommt sie.“ Die Bahn und Ströer wollten dies aber zunächst nicht kommentieren.

Die DERG gilt als eine der wenigen größeren Firmen im stark zersplitterten deutschen Werbemarkt, die zum Verkauf stehen. Interesse hatten unter anderem der US-Medienkonzern Viacom und die französische JCDecaux angemeldet, die zuletzt auch als Mitfavoriten galten. Den Angaben aus den Bahn-Kreisen zufolge hatte JCDecaux das Angebot zuletzt noch einmal nachgebessert, sich aber nicht durchsetzen können. Die Aktie von Decaux gab an der Pariser Börse zunächst um gut ein Prozent nach. Geboten hatten für die Eisenbahn-Tochter zudem auch die deutsche Wall AG, awk-Außenwerbung, die Schweizer Affichage und der US-Konzern Titan Outdoor.

Die DERG mit Sitz in Kassel hat etwa 250 Mitarbeiter und ist fast 140 Jahre alt. Das Unternehmen erzielte 2004 mit der Außenwerbung etwa in Zügen, an Brücken oder in Bahnhöfen einen Umsatz von rund 80 Mill. €. Der Verkauf der Reklame-Tochter war auch innerhalb der Bahn umstritten. Das Unternehmen hatte die Außenwerbung aber nicht mehr als Kerngeschäft definiert. Zum Verkauf stehen bei der Bahn ferner noch eine Beteiligung am Telefonkonzern Arcor sowie ein Anteil am Fährunternehmen Scandlines.

Ströer hatte im vergangenen Jahr bereits die Deutsche Städte Medien (DSM) übernommen und erzielte 2004 Bruttowerbeerlöse von rund 550 Mill. €. Ströer vermarktet etwa Werbung auf Bussen, Haltestellen und und Plakatflächen. Insgesamt hat Ströer nach eigenen Angaben in Deutschland rund 170 000 Werbeflächen, in Europa in elf Ländern insgesamt etwa 200 000.

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