Designmöbel: Schön allein genügt nicht

Designmöbel
Schön allein genügt nicht

Möbel gibt es viele. Das hat auch in diesem Jahr ein Gang durch die mittlerweile elf Hallen der Kölner Möbelmesse IMM Cologne gezeigt. Die meisten Möbel der viel zu vielen Hersteller braucht man auch nicht. Die Möbelbranche, die kaum das Wort Industrie verdient und chronisch unter Vertriebsschwächen leidet, lässt so im Endverbrauchermarkt den Weg frei für vertikal organisierte Konzerne wie Ikea, die mittlerweile wirklich günstige Designmöbel herstellen.

Nur wenige Hersteller – vorwiegen im Luxussegment – schaffen noch Produkte mit einem wahrnehmbaren Qualitätsvorsprung. Ein Beispiel ist das Sideboard „Volare“ des Schweizer Herstellers Wellis. Das Möbel reizt durch schwerelos gleitende Schiebe-Elemente – wahlweise aus Glas und mit farbiger LED-Innenbeleuchtung – und ist weniger auffällig als raffiniert. Die Präzision hat mehr von Uhrmacherei als von Schreinerei: ein technologisches Niveau, das die Wettbewerber, vor allem Ikea, kaum erreichen können.

Schier endlos scheint die Messe-Exposition guter und unnötiger Stuhl-, Tisch-, Bett- und Zubehörneuigkeiten. Als provokativer Kontrast ermöglicht eine Sonderausstellung den Blick auf die Welt des Alltäglichen: „Sitzen in China“. Man könnte sagen, die Volksprodukte eines völlig jungfräulichen Marktes seien durch Ready-made, Low-tech, Material-Mix und letztendlich Mass-Customization geprägt. Trendwörter, die die führende Rolle der westlichen Industrie begründen sollen. Von wegen: Zwar wurden die Sitzmöbel der armen Chinesen zweckmäßig mit geringstem Materialeinsatz realisiert. Die Wohnlandschaft der reichen Welt, üppig und schön gestaltet, ist vom Konzept her aber nicht weniger primitiv. Tischler bleibt Tischler, Holz bleibt Holz und Sitzen bleibt Sitzen. Nur, dass wir schöner sitzen mögen und dafür unser Holz schöner glänzt.

Gutes Design konnte in Köln einfacher finden, wer nicht durch die Messehallen schlenderte. Bei den „Passagen“ der Stadt konnten die Besucher eine interessantere Designschau bestaunen. Wer Inspiration, Trends und Talente finden wollte, hatte bei den 150 Events relativ oft die Gelegenheit, sei es bei jungen Designern, sei es bei etablierten Firmen.

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