Dessous unter der Marke Richard
Tchibo geht an die Wäsche

Von Konsumflaute ist bei Tchibo wenig zu spüren. Der Konzern verkauft längst nicht mehr allein Kaffee, auch bei Gebrauchsartikeln sind die Hamburger mittlerweile eine große Nummer. Nun startet Tchibo mit einer weiteren Geschäftsidee - speziell für Frauen.

HB HAMBURG. Der Kaffeeröster steigt in den Unterwäsche-Markt für Frauen ein. Das erste Wäschefachgeschäft unter der eigenen Marke Richard ist am Donnerstag im niedersächsischen Oldenburg eröffnet worden. Es bietet Dessous ebenso wie Modeschmuck und andere Accessoires. Diese Kombination sei einzigartig in Deutschland und der für einen Wäscheanbieter eher ungewöhnliche Name solle neugierig machen, erklärte Tchibo-Sprecherin Stefanie von Carlsburg.

„Wir wenden uns an modebewusste Frauen, die wissen, was sie wollen und sich gerne auch mal spontan verwöhnen“, sagte von Carlsburg weiter. Tchibo wolle in den Läden den Wäschekauf zum Erlebnis machen. „Viele Frauen kaufen Wäsche, weil sie Wäsche brauchen. Nur zu besonderen Momenten wird sie lustvoll inszeniert.“ Das solle sich mit dem neuen Konzept ändern. Im Geschäft gebe es ruhige, warme Farben und geräumige Umkleidekabinen mit vorteilhafter Beleuchtung. Neben dem klassischen Sortiment gibt es den Angaben zufolge monatlich wechselnde modische Dessous und Accessoires. Insgesamt sind zunächst fünf Filialen geplant. Die nächsten sollen in Lüneburg und Hamburg eröffnen.

Vom Kaffee-Versand zum Gebrauchsartikel-Riesen

Das Hamburger Unternehmen Tchibo hat sich mit einer Vielzahl von wöchentlich wechselnden Gebrauchsartikeln in seinen rund 1000 Filialen sowie weiteren Verkaufsstellen in Deutschland vom Kaffeegeschäft - dem Ursprung der Firma - unabhängig gemacht und exportiert dieses Filialkonzept auch ins Ausland. Längst übertrifft der Umsatz mit diesen Waren den des Kaffee-Sortiments. Tchibo kommt auf einen Jahresumsatz von rund 3,8 Mrd. €.

Jeweils zum wöchentlichen Wechsel des Angebots gibt es in den Tchibo-Läden sowie im Internet einen Ansturm auf Töpfe, Fahrräder, Computer oder Outdoor-Kleidung. „Mit den Produkten, die wir anbieten, sind wir jeweils für eine Woche der Marktführer in Deutschland“, sagt Tchibo-Chef Dieter Ammer. Jährlich kommen rund 1800 neue Produkte in die Filialen, in großer Stückzahl eigens für Tchibo produziert.

Den Grundstein für dieses Phänomen, das es in dieser Form nur in Deutschland gibt, hat der Hamburger Kaufmann Max Herz vor 50 Jahren (13. Oktober) mit der ersten Tchibo-Filiale in Hamburg gelegt. Er war damals schon seit einigen Jahren mit der Idee erfolgreich, Kaffee auf dem Versandweg anzubieten. In der Nachkriegszeit war Röstkaffee knapp und teuer und wurde von Lebensmittelhändlern meist nur unter dem Ladentisch an bevorzugte Kunden verkauft. Mit dem Angebot, ein Viertelpfund Kaffee zu einem günstigen Preis bestellen zu können, erzielte Herz eine enorme Resonanz.

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