Deuerer greift zu
Neuer Eigner für Vitakraft

Die Tierfutter-Marke Vitakraft schließt sich mit einer der deutschen Branchengrößen zusammen. Der baden-württembergische Produzent Deuerer sichert sich eine Mehrheit an dem Konkurrenten – und wagt einen Tabubruch.
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Groß geworden ist die baden-württembergische Firma Deuerer unter dem Radar der Öffentlichkeit. Denn die fast 400 Mitarbeiter produzieren zwar im großen Maßstab Tierfutter, doch der eigene Name taucht dabei selten auf. Fast die gesamte Produktion geht an Supermärkte und Discounter, wird aber unter deren Eigenmarken vertrieben. Mit dem Kauf eines Mehrheitsanteils am Konkurrenten Vitakraft aus Bremen tritt die Firma in das Marken-Geschäft ein. Vitakraft ist vor allem für Futter für Vögel und Nagetiere bekannt, produziert aber auch Katzen- und Tierfutter wie eben Deuerer.

„Das ist eine optimale Verbindung zweier familiengeführter Unternehmen“, sagte ein Vitakraft-Sprecher am Donnerstag. „Wir wollen in die Volumenmärkte für Hunde- und Katzenfutter.“ Deuerer werde Mehrheitsgesellschafter bei Vitakraft, die Familie Wührmann behalte eine Minderheitsbeteiligung. Meyer geht davon aus, dass das Kartellamt dem Vertrag zustimmt. Die Behörde will bis zum 12. August entscheiden. Die größten Konkurrenten im Tierfuttermarkt sind die Großkonzerne Nestlé („Purina“, „Felix“) und Mars („Pedigree“, „Whiskas“).

Das Familienunternehmen Vitakraft hatte Mitte Mai erklärt, es suche einen Geldgeber für die Expansion in neue Märkte in Asien und Südamerika. „Durch strategische Partnerschaften kann das Wachstum schneller vorangetrieben werden“, hieß es damals. Es sei aber noch offen, ob es dabei auf eine projektbezogene Partnerschaft oder die Beteiligung an Vitakraft hinauslaufen werde. Die Eigentümerfamilie Wührmann hat die Berenberg Bank zu Rate gezogen. Finanzkreisen zufolge hatte sie auch einen Komplettverkauf des Unternehmens für bis zu 200 Millionen Euro durchgespielt.

Vitakraft gehört in fünfter Generation der Familie Wührmann. Sie hat in den vergangenen Jahren in mehrere Länder expandiert. Ende 2012 gründete Vitakraft in China zusammen mit einem lokalen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen für Hunde- und Katzenfutter. 2008 kaufte Vitakraft den US-Heimtierfuttermittel-Hersteller Sun Seed. Das Unternehmen beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter und kam im vergangenen Jahr auf 267 Millionen Euro Umsatz.

Deuerer hat einen rasanten Aufstieg hinter sich: Binnen 25 Jahren wurde aus einer Metzgereikette ein Unternehmen mit 250 Millionen Euro Umsatz (2012) und knapp 400 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr machte die Tierfutter-Branche in Deutschland fast drei Milliarden Euro Umsatz. Eigenmarken haben dabei einen Anteil von über 50 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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