Deutsch-dänische Fährreederei
Bahn steht offenbar vor Scandlines-Verkauf

Der Weg für den milliardenschweren Verkauf der Bahn-Beteiligung an der deutsch-dänischen Fährreederei Scandlines könnte bald frei sein. Der Streit um den Verkauf soll nach Angaben aus Verhandlungskreisen voraussichtlich am nächsten Dienstag beendet werden.

HB BERLIN. Mit den Gesprächen Vertraute sagten am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, zwischen den beiden Scandlines-Eignern Deutsche Bahn und dem Staat Dänemark zeichne sich weiter eine Einigung ab. Am Dienstag könnte ein Abkommen unterzeichnet werden. Die „Financial Times Deutschland“ berichtet derweil unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise schon von einem Durchbruch.

Scandlines soll nach der bisherigen Verständigung sowohl an die lange von der Bahn favorisierte Deutsche Seereederei (DSR) mit ihrem Partner Allianz Capital als auch an den bisher konkurrierenden britischen Finanzinvestor 3i gehen. Die DSR soll 20 Prozent erhalten und Allianz Capital sowie 3i je 40 Prozent. Der Kaufpreis werde rund 1,5 Mrd. Euro betragen.

Auf diese Kernpunkte hatte man sich bereits kurz vor Ostern verständigt. Allerdings hatte es danach noch ein langes Ringen um den jeweiligen Einfluss der Anteilseigner etwa bei Investitionsentscheidungen gegeben. Zuletzt war auch noch die Frage strittig, wie lange die Beschäftigungssicherung für die Arbeitnehmer gelten soll. Den Kreisen zufolge sollen nun mindestens drei Jahre betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sein.

Weder die Bahn noch 3i und DSR wollten die Angaben kommentieren.

Der Fährkonzern will weiter im Güter- und Personentransport auf der Ostsee wachsen und benötigt deshalb einige neue Großfähren, die je 100 Mill. Euro kosten. Da zwischen der Bestellung und der Auslieferung solcher Spezialschiffe drei Jahre vergehen, müsste das Management schon heute die Aufträge vergeben. Zur Flotte gehören derzeit 24 Schiffe. Die letzten Großinvestitionen liegen inzwischen acht Jahre zurück, damals kaufte Scandlines drei Fähren, wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet.

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