Deutsch-französisches Doppel

Air Berlin verbündet sich mit Air France

Deutschlands zweitgrößte Airline hat einen neuen Partner. Auf Drängen des Großaktionärs Etihad verbündet sich Air Berlin mit Air France. Doch die neue Allianz könnte zu strategischen Problemen führen.
Update: 08.10.2012 - 10:53 Uhr 9 Kommentare
Air Berlin hat einen neuen Partner: Air France. Quelle: dapd

Air Berlin hat einen neuen Partner: Air France.

(Foto: dapd)

BerlinDeutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft verknüpft ihr Streckennetz künftig mit dem der französisch-niederländischen Air France-KLM. In die neue Partnerschaft ist auch die arabische Airline Etihad eingebunden, wie Air Berlin am Montag mitteilte. Damit wollen alle drei Gesellschaften ihre Flüge im sogenannten Codesharing gegenseitig unter eigenen Flugnummern vermarkten und ihren Kunden auf diese Weise zusätzliche Flugziele anbieten.

Durch die Partnerschaft mit Air France-KLM erhöhe sich die Zahl der Ziele von Air Berlin in Frankreich auf neun von drei, teilte Air Berlin mit. Air France erweitere durch das Abkommen mit Air Berlin ihr Flugangebot in Deutschland, Polen und Österreich. Darüber hinaus wollen Etihad und Air France bei Flügen zwischen Europa und Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammenarbeiten.

„Für Air Berlin ist die Zusammenarbeit mit der Air-France-KLM-Gruppe ein weiterer Meilenstein im Aufbau eines einzigartigen, globalen Flugnetzwerks“, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn. Das strategische Dilemma: Im März ist das Unternehmen der Luftfahrtallianz Oneworld um die IAG-Gesellschaften British Airways und Iberia beigetreten. Air France-KLM gehört hingegen zum Konkurrenzbündnis Skyteam. Mit dem neuen Bündnis dürfte klar sein, welche Partnerschaft für die Berliner Priorität hat.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hatte die Zusammenarbeit ihres angeschlagenen deutschen Partners mit dem französischen Konkurrenten bereits vergangene Woche öffentlich begrüßt. Weitere Finanzspritzen wollen die Araber den Deutschen nach dem Geldregen vom Jahresbeginn nicht verabreichen. „Air Berlin braucht keinen weiteren Kredit von uns“, sagte Hogan. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn legte sich der Manager nicht auf einen Favoriten fest. Er hält es aber für notwendig, dass das Management im Zuge der Sanierung „harte Entscheidungen“ trifft. Air Berlin sei „eine Airline im Übergang“.

Etihad war im Januar zum größten Aktionär aufgestiegen und hatte der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft mit einem Kredit über 255 Millionen US-Dollar (198 Mio Euro) aus der Klemme geholfen. Air Berlin hat den Großteil der Summe bis zur Jahresmitte bereits abgerufen. Vorstandschef Mehdorn will die Gesellschaft nach jahrelangen Verlusten im kommenden Jahr in die Gewinnzone bringen. Dazu soll neben Kürzungen bei Strecken und Flotte auch der vollzogene Eintritt zum Luftfahrtbündnis Oneworld beitragen.

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9 Kommentare zu "Deutsch-französisches Doppel: Air Berlin verbündet sich mit Air France"

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  • Das wäre die schlechteste Lösung. Die LH wird systematisch ruiniert, bietet zu Höchstpreisen nur Mittelmaß und ignoriert ihre Kunden. Sicherlich ist nicht AF/KLM die Lösung; aber es gibt ja die Asiaten, Emirates und AIR NEWZEALAND.

  • Was für ein Verhau, erst Oneworld mit British Airways als große Chance, wenige Monate später dann Skyteam mit Air France. Die Briten haben eine erfolgreiche Sanierung hinter sich, die Franzosen sind noch mittendrin. Und dazu kommt jetzt Air Berlin, ein ganz dicker Sanierungsfall. Na, mal schauen ob aus dieser melange a trois noch etwas wird.

  • @ Abflug:
    mit dem Satz die LH pfercht ihre Passagiere wie Vieh in der Kabine zusammen, haben Sie ein weiteres Problem der LH angesprochen. Um noch mehr Sitze in die Flieger zu bekommen, hat man auf Veranlassung des Chefsanierers Franz die älteren bequemen Sitze gegen kürzere und daher mit deutlich härterer Rückenlehne ausgetauscht und die Garderobe ausgebaut. Damit bekommt man 15 Sitze mehr in das Fluggerät. Zu leiden hat der Passagier, der sich nunmehr statt nach Tomatensaft nach Paracetamol sehnt, damit er den Flug ohne Rückenschmerzen übersteht.

  • Air France/KLM ist ein marodes Unternehmen, AirBerlin steckt in Schwierigkeiten und nun sollen diese auf Druck von Etihad zusammen gehen. Das aus 2 Kranken ein gesunder wird ist eher selten, aber Etihad kann sich so in den Markt einkaufen, clever.
    Bei der LH kann ich meinen Vorschreibern nur Recht geben, anstatt sich im Premium bereich zu positionieren und mit entsprechendem Service aufzutreten, orientiert sich Herr Franz an Billigfliegern. Wir brauchen eine Lufthansa die versteht das man Passagiere nicht wie Vieh in Kabinen zusammenpfercht, das Essen gerade auf langen Flügen eine hohe Bedeutung hat und nicht Billigfood kredenzt wird. Aber vielleicht liegt es daran das die meisten der LH Manager wohl nur im Büro sitzen oder 1.Klasse fliegen anstatt sich mal alle Klassen vorzunehmen. So wird man an die Wettbewerber die guten Kunden los.
    Als "günstiger" Anbieter kommt wohl eher AirBerlin in Frage, der kann wie früher die LTU besodnere Touristenziele als Fokus Routen nehmen.

  • Herr Franz hat vor ca. 2 Monate in einem Gespräch erwähnt, dass man in Europa die Emirates boykottieren sollte. Die war einer der strategisch schlimmste Aussagen. Herr Franz sollte ein Beispiel nehmen an diese Airline. Emirates und andere Middle East Airlines bieten ein CEM an. Dies ist ein ''Customer Excellence Management'' Programm. Es dreht sich alles um den Kunden. Als längjäriger Senator bei LH bin ich auch schon abgesprungen und bin dann immer mit Emirates geflogen. Die Hälfte der Kosten, statt Business in der First Class und man wurde für wichtig genommen und bestens behandelt. Das Management von Emirates hat Herr Franz mal eingeladen, um Ihm mitzuteilen, wie eine Airline geführt werden muss. Herr Franz hat abgelehnt.


  • bevor jemand meckert, ich meinte LH Senator seit 18 Jahren

  • @btw:

    Ich stimme Ihrem Kommentar 100%ig zu. Chefsanieren Franz hat es verstanden ein gutes und angesehenes Unternehmen wie die LH an den Abgrund zu führen, anstatt sich an Unternehmen wie z.B. Singapore-Airlines ein Beispiel zu nehmen.

    Außerdem verprellt Herr Franz seine treuesten und zahlungskräftigsten Kunden, nämliche die Business- und Vielflieger. Als LH-Senator seit 28 Jahren weiß ich wovon Ich schreibe.

    Es wir höchste Zeit, dass der charisma-lose Franz von Herrn Weber geschasst wird. Dann kann er ja als Sanierer zu Opel gehen.

  • Meinen Sie die Lufthansa, die als Billigflieger reüssieren möchte?
    Oder meinten Sie Ihre Erinnerungen an eine Fluggesellschaft namens Lufthansa?

  • Ab jetzt gilt meine Sympathie vollständig der Lufthansa.
    Die Vermutung liegt nahe, dass die französischen Manager dem Zusammenschluss mit einer Menge Nationalismus freudig entgegen sehen, wenn nicht gar in letzter Konsequenz dahinter stecken.
    Ich frage mich, warum Manager deutscher Unternehmen die Schwächephase in den PIGSIF nicht zur Expansion nutzen? Liegt es an den zu kaufenden Unternehmen, fehlt es den Managern an Biss oder sieht man die Übernahmen nur nicht?

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