Deutsche Bahn
Bahn soll Marktstellung missbrauchen

Die Industrie streitet mit der Deutschen Bahn über die Zahlungsbedingungen bei Wagenbestellungen für den Zugverkehr. Die Fahrzeughersteller werfen dem Konzern vor, unfaire Verträge durchsetzen zu wollen. Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) beklagt, dass die Bahn die bei Großaufträgen bislang üblichen Zwischenzahlungen nicht mehr leisten wolle.

HB BERLIN. Außerdem solle eine Festpreisregelung bis zum Jahr 2015 durchgedrückt werden. Das bundeseigene Unternehmen wies dies am Mittwoch zurück. Die Bahn habe auch nicht wie behauptet eine marktbeherrschende Stellung, sagte der Generalbevollmächtigte Systemverbund Bahn, Lutz Bücken, in Berlin.

VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner sagte der "Leipziger Volkszeitung", die neue Vertragspolitik der Bahn stehe "in einem eklatanten Widerspruch zu einem fairen kaufmännischen Miteinander". Gerade vor dem Hintergrund der bevorstehenden Rezession gefährde der Staatskonzern mit seinem Verhalten "den Bestand der Bahnindustrie und deren Innovationskraft ohne Not". Bisher wurden Teile des Auftragswertes bereits bei Vertragsunterzeichnung und im Laufe der Produktion gezahlt.

Die Bahn bestätigte, künftig erst bei Lieferung der Fahrzeuge zahlen zu wollen. Das sei in den Ausschreibungen klar festgehalten, sagte Bahnmanager Bücken, der für den zentralen Einkauf zuständig ist. "Das ist längst überall in der Industrie üblich." Die Bahn erwarte sich davon, "dass das Interesse der Industrie an der Erfüllung unseres Auftrags bis zur Auslieferung in hohem Maße erhalten bleibt". Von einer Marktbeherrschung der Bahn zu sprechen, sei abwegig: "Die Systemhäuser agieren heute global und beliefern Eisenbahn-Unternehmen auf der ganzen Welt.

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