Deutsche Bahn
Bahn verliert weiter in der Krise

Der Umsatz der Deutschen Bahn ist im ersten Halbjahr um fast 15 Prozent eingebrochen, bis Mai ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern bereits um über die Hälfte zusammengeschmolzen. Bislang hatte sich die Krise auf Transport und Logistik konzentriert - nun muss die Bahn auch einen Rückgang bei Reisen mit der ersten Klasse hinnehmen.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Bahn gerät immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Der Umsatz brach nach Angaben aus Unternehmenskreisen im ersten Halbjahr um fast 14 Prozent ein. Der Rückgang hat sich damit verglichen mit den ersten Monaten des Jahres noch beschleunigt. Mit rund 14,3 Mrd. Euro nahm die Bahn zwischen Januar und Juni mehr als zwei Mrd. Euro weniger ein als im Vorjahreszeitraum. Bis Mai sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bereits um über die Hälfte auf unter 500 Mio. Euro zusammengeschmolzen, heißt es.

Nachdem die Krise sich lange auf den Bereich Transport und Logistik konzentriert hatte, muss die Bahn jetzt offenbar auch einen Rückgang bei Reisen in der ersten Klasse feststellen. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Halbjahrespressekonferenz am 20. August.

Die schwierige Wirtschaftslage hat unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigung. Zwischenzeitlich seien rund 10 000 Bahn-Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen, ein Teil von ihnen sei aber wieder zur üblichen Arbeitszeit zurückgekehrt, hieß es in Unternehmenskreisen. Hauptsächlich betroffen ist nach wie vor der Bereich Transport und Logistik, doch auch in der Instandhaltung und im Bausektor gebe es Kurzarbeit.

Der Konzern baut bereit seit längerem im Ausland Stellen ab. Das betrifft neben Mitarbeitern der Spedition Schenker in den USA auch Eisenbahner bei den Töchtern in Großbritannien und Frankreich, wo die Bahn in den Wettbewerb im Schienengüterverkehr geht. In den ersten sechs Monaten hat der Konzern den Angaben zufolge bereits rund 3 000 Stellen abgebaut. Bis 2010 sollen es 4 000 sein, so dass die Bahn dann weniger als 236 000 Menschen beschäftigen wird. Im Inland ist ein Stellenabbau nicht möglich, da das Beschäftigungsbündnis mit den Gewerkschaften noch bis 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Die interne Umsatzprognose der Bahn für das Gesamtjahr gilt mittlerweile bei Managern des Unternehmens als unrealistisch. Die angepeilten 31,8 Mrd. Euro hätten im Vergleich zum Vorjahr nur ein Minus von knapp zwei Prozent bedeutet. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsste die Bahn im zweiten Halbjahr 2009 noch besser abschneiden als im ersten Halbjahr 2008 und damit vor Beginn der Krise. Der seit einem Vierteljahr amtierende neue Bahnchef Rüdiger Grube hatte erklärt, bereits 2011 das Unternehmen mit einem Börsengang teilweise zu privatisieren.

Mit Material von Reuters.

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