Deutsche Bahn
Bahn: Vorstands-Umbau abgeschlossen

Nach Ablösung des halben Vorstands wegen der Datenaffäre hat der neue Bahnchef Rüdiger Grube die Nachfolgefragen geklärt. Der zentrale und umsatzstärkste Bereich Logistik solle mit dem jetzigen Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch intern besetzt werden, sagten mit dem Umbau des Vorstands Vertraute.

HB BERLIN. Der Personenverkehr soll dafür künftig von Ulrich Homburg geführt werden, der bisher Chef des Nahverkehrs bei DB-Regio war und damit eine Ebene unter dem Vorstand stand. Zusammen mit dem neuen Arbeitsdirektor Ulrich Weber von Evonik und Gerd Becht von Daimler, der das neu geschaffenen Ressort Compliance und Recht verantwortet, ist dann der Umbau der Bahn-Spitze abgeschlossen.

Für das Schienennetz bleibt wie bisher Stefan Garber verantwortlich, der bisherige Politik-Vorstand Otto Wiesheu wird nicht ersetzt. Finanzchef Diethelm Sack hatte seinen Abschied angeboten, bleibt aber nun zumindest bis Herbst. Die Personalien sollen am 25. Mai bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrats beschlossen werden. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Personalien nicht äußern.

Rausch muss nun die Logistik und den Schienengüterverkehr sanieren, der schwer unter der Wirtschaftskrise leidet. Bei der Güterbahn wird den Kreisen zufolge im Jahresschnitt mit einem Verlust der Transportmengen von über zehn Prozent gerechnet. Mehr als 5000 der knapp 30 000 Mitarbeiter der Güterbahn müssen kurz arbeiten. Das übrige Logistik-Geschäft (Lkw, Schiff, Flugzeug) dürfte im ersten Quartal nur noch einen geringen Gewinn erwirtschaftet haben.

Die gesamte Gütersparte, die von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn weltweit massiv ausgebaut wurde, ist mit fast 20 Mrd. Euro Umsatz für weit mehr als die Hälfte des Umsatzes verantwortlich. Rausch unterstehen dann über 90 000 der insgesamt 240 000 Bahn-Mitarbeiter weltweit.

Da der Personenverkehr in den vergangenen Jahren aus der Krise geführt wurde und mittlerweile selbst der Fernverkehr, der lange rote Zahlen schrieb, deutliche Gewinne verbucht, hatte sich intern die Position von Rausch verbessert. Auch in der aktuellen Krise ist die Sparte bisher relativ stabil geblieben. Sie profitiert allerdings auch davon, dass über Jahre kaum in neue ICE investiert wurde und daher kaum noch Abschreibungen anfallen. Zugleich wurden über Jahre die Fahrpreise erhöht.

Nicht berücksichtigt beim Konzernumbau ist so bislang der Chef der Fernverkehrs-Sparte Nikolaus Breuel. Breuel für den Fern- und Homburg für den Regionalverkehr hatten auf einer Ebene unterhalb von Rausch gearbeitet. Breuel wurde nach der Ablösung Mehdorns sogar als Kandidat für den Posten des Vorstandschefs gehandelt. Breuel, Sohn der ehemaligen Treuhand-Chefin Birgit Breuel, galt jedoch bei der SPD nicht als durchsetzbar.

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