Deutsche Bahn
Berichte über neue Probleme beim ICE

Die Deutsche Bahn hat offenbar weiterhin mit Sicherheitsproblemen bei ihren Hochgeschwindigkeitszügen zu kämpfen. Laut Bahn ist für bestimmte Achsen an 17 Zügen vom Typ ICE-3 die „Dauerfestigkeit“ nicht nachgewiesen. Die Betriebssicherheit aller Züge stehe aber weiterhin außerfrage.

ap BERLIN. Einen Monat nach dem Entgleisen eines ICE-3 in Köln hat die Deutsche Bahn offenbar weiter mit Sicherheitsproblemen bei ihren Hochgeschwindigkeitszügen zu kämpfen. In Briefen an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erklärte das Unternehmen, für bestimmte Achsen an 17 Zügen vom Typ ICE-3 sei die „Dauerfestigkeit“ nicht nachgewiesen. Eine EBA-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins „Monitor“.

Die Bahn erklärte dazu jedoch, die uneingeschränkte Betriebssicherheit aller Züge stehe weiterhin außerfrage. „Bahnindustrie, Radsatzhersteller und die Deutsche Bahn als Zugbetreiber gehen von einer uneingeschränkten Sicherheit der ICE-Flotte aus“, erklärte Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch.

Die Achsen der ICE 3-Fahrzeuge hätten bereits eine Laufleistung von insgesamt mehr als drei Mrd. Kilometern hinter sich, ohne dass bei den regelmäßigen Ultraschall-Untersuchungen Rissbildungen festgestellt worden seien, erklärte das Unternehmen.

Die Bahn wies darauf hin, dass infolge eines Achsbruchs am 9. Juli 2008 in Köln alle Radsatzwellen der betreffenden Bauart zusätzlichen Ultraschall-Überprüfungen unterzogen wurden. „Alle Untersuchungen waren ohne Befund hinsichtlich eventueller Rissbildungen. Hier handelt es sich also um einen Einzelfall, der noch abschließend geklärt werden muss“, erklärte die Bahn.

Die Bahn kündigte in ihrem Schreiben an das EBA laut „Monitor“ an, als Gegenmaßnahme die Last auf die betroffenen Achsen zu reduzieren. Dazu sollten in einigen Mittelwagen der betroffenen ICE die Toiletten verschlossen und Wagen ohne Frisch- und Abwasser eingesetzt werden. In einem weiteren Schreiben habe die Bahn vorgeschlagen, die sogenannte Wirbelstrombremse an den betroffenen Wagen abzuschalten. Diese Bremse wird beim ICE-3 besonders bei hohen Geschwindigkeiten eingesetzt. Außerdem sicherte das Unternehmen zu, die Wartungsintervalle für die betroffenen ICE-3-Züge zu verkürzen.

Das EBA habe die vorgeschlagenen Maßnahmen zunächst akzeptiert, sagte die Sprecherin. Auch habe man selbst in einem Bescheid gefordert, das Prüfintervall zu verkürzen. Die von der Bahn vorgeschlagenen Maßnahmen könnten allerdings kein Dauerzustand sein, es müsse dafür gesorgt werden, dass die Achsen sicher seien. Derzeit sei man noch bei der Überprüfung der Sache.

Rausch erklärte: „Es ist nicht sachgerecht, von einem einzelnen Bruch, dessen Ursachen noch nicht feststehen, vorschnell auf die Unsicherheit aller Achsen zu schließen.“ Für jedes ICE-3-Fahrzeug wende die Bahn über eine Million Euro pro Jahr und Fahrzeug für Instandhaltung auf. Obwohl laut Herstellervorgaben die Intervalle von Ultraschall-Überprüfungen für Radsatzwellen bei 480 000 Kilometern lägen, habe die Deutsche Bahn die Intervalle auf 300 000 Kilometer festgesetzt.

Am 9. Juli war ein ICE-3 im Hauptbahnhof Köln entgleist, nachdem eine Radsatzwelle gebrochen war - diese hatte jedoch aus einem anderen Werkstoff bestanden als die nun betroffenen Achsen. Damals hatte das Eisenbahnbundesamt geschrieben: „Der Bruch einer Radsatzwelle führt unweigerlich zum Entgleisen eines Zuges. Das Leben einer Vielzahl von Menschen ist unmittelbar in äußerster Gefahr.“ Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen eingeleitet.

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